»TROJA II«

Geschichte wiederholt sich
Alltägliche Bilder des Irakkrieges mit einer Rede des US-Präsidenten unterlegt und die gekonnte Verknüpfung mit realistischer Computergraphik - das Absurdum des Krieges wird per Zeitreise zurückverlegt zu einem der größten Kriegsschauplätze der Geschichte -nach Troja.
Auch hier freut sich ein Feldherr über seinen Sieg - die Eroberung einer Wüste deren klamme Bedrängnis den Zuschauer bald fest im Griff haben soll.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten überragen die Akteure geradezu in ihrer Darstellung und Körperspannung. Die drückende Ahnung, was den Frauen für unheil widerfahren wird zeigt sich in den mächtigen, sie immer umkreisenden, Soldatentrupps.
Obszöne Stockgesten, angedeutete Vergewaltigungen und der Wahnsinn der versklavten Königstochter lassen das erahnen, was meist vergessen wird - das Leid der Opfer. Wie viel kann ein Mensch ertragen?
Und so spielt es sich hoch bis zur Versklavung einer aufrechten Königin und einem Kindermord. Da wird klar, welche Macht die Angst über die Menschheit hat. Heute, mehr als 3000 Jahre später liegt die gelungene Kritik der Akteure in unserem selbstverständlichen Umgang mit alltäglichen Grausamkeiten. Wollen wir diese Klagen noch hören)- Das Ratsgymnasium Wolfsburg hat es eine Stunde lang geschafft, den Zuschauern keinen Ausweg aus diesem düsteren Gespinst aus Gewalt, Trauer, Angst und Hass zu lassen
Von Sabrina-Danin Draht

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