»In der Nacht, da...«

„Eine Nacht oder die Geschichte von Janosch und Josefine“ – dies ist der geheimnisvolle und viel versprechende Titel des von der Theaterklasse 6.2 der Geschwister-Scholl-Gesamtschule selbstverfassten Stückes, das sie am Dienstag unter der Leitung von Sigirid Kucz und Susanne Weller zur Schultheaterwoche in der Neuen Oberschule Braunschweig als Premiere präsentierten.
In einer lauen Sommer-Nacht im Juni lässt man den personifizierten Gedanken freien Lauf, die begleitet von meditativer Musik dem Zuschauer als Einstieg in das Stück eine Reihe von Gedankenassoziationen liefern nach dem Motto „Die Gedanken sind frei!“
Von drei wie Sterne funkelnden Erzählerinnen werden den Zuschauern die Hauptakteure vorgestellt: Neben den Forschern der Nacht, die ständig auf der Suche nach neuen Gedanken sind, wird das Geschehen am Tag bestimmt von Janosch, der immer wieder unter den Sprüchen der allzu coolen Klassenkameraden Eddy, TC und Azze zu leiden hat, und Josefine, die ähnlich wie Janosch den Beleidigungen von Cora und Nannet, zweier aufgetakelter, allzu sehr von sich selbst überzeugter Mädchen, nicht zu widersprechen wagt. Beide Hauptakteure verbindet der Wunsch, einen Beitrag für das nahe bevorstehende Schuljubiläum zu präsentieren. Während Josefine ohne rechte Anerkennung durch ihre Mutter den Vortrag von Johann Gottfried Herders „ Ein Traum“ gewissenhaft einübt, möchte Janosch vor allem seinen stark überarbeiteten Vater mit einer gelungenen Tanzeinlage überraschen. Beide zweifeln an ihren Fähigkeiten und müssen deswegen immer wieder von ihren beiden Gedankenschatten zu größerem Mut und Selbstbewusstsein ermuntert werden.
Die Organisation des Schuljubiläums der Finkenwaldschule liegt dieses Mal in den Händen der jungen Frau Krause, die etwas schusselig und unorganisiert nicht immer weiß, wo ihr der Kopf steht. Auch ihr greifen ihre beiden Gedankenschatten Kra und Use ermutigend und beruhigend unter die Arme.
Und dann gibt es da noch den Schulleiter Dr. Dröselfisch, umgarnt von seinem modebewussten, ebenfalls von sich selbst sehr überzeugten Koordinator, der sich nicht ungern auch mal auf einen Flirt mit der Sportlehrerin einlässt, die Organisation des Jubiläums aber nur ungern seiner Kollegin Krause überlässt. Und nicht zu vergessen: Der Hausmeister sowie sein Schulassistent, die beide für die einwandfreie technische Ausstattung der Schule und ihr Mobiliar zuständig sind, das manches Mal zu wünschen übrig lässt…
Je näher das Jubiläum rückt, desto intensiver und hektischer laufen die Vorbereitungen: So steht der Schulleiter unter Strom, da er ständig von interessierten Eltern angerufen wird und über den Stand der Dinge berichten soll. Frau Krause hat die Entscheidung über die zu präsentierenden Beiträge zu fällen. Während das fachfremd vom Direktor unterrichtete Flötenensemble unter Tuten und Blasen durchfällt, gewinnt Frau Hausmanns Tanzgruppe zu den Klängen von „Let`s get loud“ große Anerkennung. Auch Janosch und Josefine fassen den Mut ihren Beitrag zu präsentieren – trotz guter Leistung werden sie abermals auf fiese Weise von ihren neidischen Klassenkameraden gemobbt. Nannet scheint die Vorauswahl mit ihrem Titel „ Ich muss durch den Monsun“ zu gewinnen und fühlt sich schon als Superstar.
Da wendet sich das Blatt – mit dem Ausbruch der Masern droht das ganze Jubiläum zu platzen. Auf wunderbare Weise bleiben Janosch und Josefine jedoch gesund. Ein letztes Mal angespornt von ihren Gedanken, die ihnen kräftig die Daumen drücken, lässt sich erahnen, dass sie am Ende ihre Sache gut machen und die wohlverdiente Anerkennung von Eltern, Freunden und Lehrern gewinnen.
Die Gedanken jedenfalls sind am Ende ganz beruhigt und „haben frei!“
Sehr anzuerkennen ist es, wie die Klasse 6.2 es geschafft hat, mit 28 Akteuren gut verständlich zu sprechen, so dass bei einer zahlreich besuchten Aula auch in der letzten Reihe alle Worte zu verstehen waren. In Windeseile wechselte das Bühnenbild vom Zuhause der Akteure zum Klassen- und Lehrerzimmer bis hin zum Festsaal des Jubiläums mit Hilfe vieler zupackender Hände, dank der drehbaren Stellwände sowie aussagekräftiger Requisiten erstaunlich diszipliniert – zumal dies ja die Premiere war! Die sorgsam ausgewählten Kostüme erleichterten dem Zuschauer das Verständnis und sorgten für ein buntes Bühnengeschehen.
Besonderen Eindruck haben aber vor allem die pantomimisch gespielten Szenen hinterlassen, in denen mit viel Mimik, Gestik und Bewegung die Handlung unter dem Einsatz immer passend gewählter Musik sehr wirkungsvoll präsentiert wurde. Eine wirklich gelungene Premiere!!!
Von Cornelia Waltemathe, Betreuerin der Schultheaterwoche an der NO

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