»Wie es euch gefällt«

Die Reichen und Schönen sind eben auch nicht glücklich
Vor reduziertem Bühnenbild läuft im Haus III die shakespearesche Verwechslungs-Komödie „Wie es euch gefällt“ ab, die durch Doppelbesetzungen noch zusätzliches Aufmerksamkeits-Potential fordert: Viele Personen, Verwandtschaftsbezüge und Gefühlsverwicklungen: Jeder gegen jeden, jeder für sich selbst... oder für die Liebe.
Mit großer Textsicherheit und exzellenter Sprache bieten die Mitglieder der Theater AG des Max-Planck-Gymnasiums Göttingen einen Parforceritt durch Intrigen, Ränke und Betrügereien am Hof, unterstützt durch atmosphärische Musik-Einsätze. Die Konzentration der Spielerinnen und Spieler war dabei sehr auf die Texte und die Vermittlung des komplexen Plots gerichtet, darüber kam das eigentliche Spiel an manchen Stellen etwas zu kurz. Nur an wenigen Stellen wurden die Dialog-Passagen durch z.B. illustrierende Paralleldarstellungen belebt.
Bei so viel Gemeinheit bleibt der unterdrückten Weiblichkeit, die die Nase voll hat vom höfischen Zwang, nur die Flucht in den Ardenner Wald: „Auf in die Freiheit!“
Dieser Wald, Hort der unglücklich Verliebten, ist auch das Ziel des anderen, durch Intrigen ausgebooteten Protagonisten. Und so treffen sich alle verkleidet und unter falschen Namen wieder und tragen lustvoll geknittelte Liebesgedichte, adressiert an Rosalind, vor, die überall im Wald angepinnt sind.
Während die einen sich im Verlauf des Stückes vorsichtig annähern, schieben die anderen Liebesleid und Gefühlsfrust – bis es auch sie erwischt und sie sich nach den Angebeteten zu verzehren beginnen: doch nicht immer wollen die Paarungen problemlos gelingen.
Glücklicherweise trägt ein Waldgeist durch einen gezielt eingesetzten Liebestrank zur Klärung der Gefühle bei: Die Widerstrebenden geben ihre Gegenwehr auf, die Bösen werden geläutert, die Guten kriegen sich. Beim etwas plötzlichen Schluss wird selbst die erfolglose Ringerin noch schnell zur Staatstrainerin ernannt.
Ende gut – alles gut. Vielleicht sind sie doch glücklicher, die Reichen und Schönen....
Das Publikum folgt den Drehungen und Wendungen des Stückes konzentriert und amüsiert und spendet am Ende viel anerkennenden kräftigen Applaus.
Von Margrit Lang / Thomas Sander

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