»Es war nur ein Spiel«

Schlussszene: 25 Jugendliche – alle Mitglieder der Bewegung "Der Impuls" – marschieren uniformiert auf die Bühne. Ein Gruß ertönt. Der Zuschauerraum wird zum Versammlungssaal. Das Publikum wird aufgefordert, sich zu erheben, um den nationalen Führer der Bewegung zu sehen. Auf einer Leinwand erscheint Hitler im Großformat.
Dann ein Zitat von Albert Einstein: "Die Welt wird nicht bedroht von den Menschen, die böse sind, sondern von denen, die das Böse zulassen."
Schüler des 13. Jahrgangs der Wilhelm-Bracke-Gesamtschule zeigten ihr Stück nach der Romanvorlage "Die Welle" von Morton Rhue. Eindrucksvoll erzählten sie die Geschichte eines Lehrers, der durch ein Experiment versucht, seinen Schülern vor Augen zu führen, wie aus demokratisch denkenden Jugendlichen fanatische Faschisten werden können.
Das Experiment gerät außer Kontrolle. Die Schüler jedoch nicht. Sie zeigen durchweg eine sehr gute schauspielerische Leistung. Immer wieder wird deutlich, wie sie das Stück verändert haben, um es sich zueigen zu machen.
Am Ende steckt mir aber ein Kloß im Hals und die Frage, ob für die Schüler im Publikum das Stück zwar ein spannendes Experiment aber letztendlich doch nur ein Spiel war.
Von Joana Willim

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