»Der Sandmann«

Wahnsinn oder Albtraum? Oder sind es nur Kindheitsängste, die irgendwie in die reale Welt des Studenten Nathanael eindringen? Rätselhaftes allerorten aus der Novelle E.T.A. Hoffmans „Der Sandmann“ allerorten dramatisch für die Bühne übertragen. Ein mysteriöser Straßenverkäufer mit schriller Lache verkauft Brillen und Ferngläser. Das erinnert den jungen Mann an den gewaltsamen Tod des Vaters und schon ist er umgeben von merkwürdigen Phantasiewelten. Nathanael verliebt sich in eine wunderschöne puppenhafte Erscheinung, die sich in seltsam mechanischen Bewegungsallüren ergeht. Lebendiges und Totes steht hier bizarr gegeneinander. Die Grenzen verwischen sich, weil der schreckliche Straßenhändler Coppelius ständig von neuem beunruhigend und Verwirrung stiftend auftaucht. Mysteriöses nimmt seinen Lauf. Die Gruppe des Felix-Klein-Gymnasiums hatte sich wie immer ein hohes ästhetisches Ziel gesetzt. Vielleicht ein zu hohes. Der Wechsel der theatralen Gestaltungsmittel gelang durchaus vielfältig. Mediale optische und akustische Einblendungen untermalten geschickt die Szenerie. Doch allein in der Darstellung der beiden Hauptfiguren des Nathanael und des Coppelius waren die beiden Schüler wohl überfordert. Die staksige Puppenfigur der Olympia allerdings war überzeugend suggestiv dargestellt. Insgesamt anspruchsvolles Literaturtheater, bei dem allerdings schon Profis so ihre Mühe haben, das Ganze nicht in hoffnungsloser handlungsarmer Langatmigkeit auslaufen zu lassen. Deshalb hätte man vielleicht inhaltlich etwas verknappen müssen, um einzelne Aspekte der Geschichte noch detaillierter fokussieren zu können.
Von Harald Hilpert

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