»Dantons Tod«

Alter Schinken im (fast) neuen Gewand
Französische Revolution, das Volk ist auf den Straßen, protestiert zu pulsierenden Technobeats. So spielt es sich ab, wenn sich der Kurs Darstellendes Spiel des 11. und 12. Jahrgangs des Theodor-Heuss-Gymnasiums Göttingen mit Georg Büchners „Dantons Tod“ auseinander setzt.
In Originalsprache geben die Schülerinnen und Schüler das Stück zum Besten und scheuen dabei auch nicht vor langen fehlerfrei vorgetragenen Monologen. Den Sprechern wird durch akkurate Sprech- und Bewegungschöre zugespielt. Doch die Gruppendynamik wirkt nicht nur im Hintergrund, sondern überzeugt auch durch die lebendigen Massenszenen und den direkten Kontakt mit dem Zuschauer, dem die Spielerinnen und Spieler fast auf den Schoß steigen. Durch die erfrischende Musik werden solche Momente gekonnt verstärkt und bieten einen gelungenen Kontrast zu sonst sehr sprachlastigen Szenen. Die Gruppe macht sich die Bühne durch ihre Vitalität gekonnt zu eigen.
Diese einheitliche Lebendigkeit vermisst man von Zeit zu Zeit in der Sprache. Der schwer zugängliche Text wird voller Pathos vorgetragen und lässt nur wenig Raum für Authentizität. Die Verbindung des Einzelnen zum Stück wird nicht ersichtlich. Die Sprache und ihre Präsentation schaffen kaum Raum für glaubhafte Gefühle, was manchen Monolog überzogen erscheinen lässt. Weniger Sprache hätte hier gut getan.
Von Agnetha Jaunich

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