»Verliebt in Bad Harzburg«

Nebel verdichtet die Nacht…
Wer bei diesem Titel eben noch an harmlose Braunkohlwanderungen und gemütliche Harzstübchen gedacht hat, den werden seine Sinne gehörig täuschen: Rotes Licht. „Nebel verdichtet die Nacht…“ Der Teufel erscheint. Ein Hexenzirkel huldigt zu epischen Klängen seinem Herrn und Meister. Sie werden im Laufe des Stücks historische und fiktive Figuren mit Schlaf- und Liebeszaubereien verhexen. Es entsteht ein komödiantischer Wirrwarr zwischen Persönlichkeiten wie Johanna von Orlean und Fausts Gretchen. Charlotte und Bettina tragen ein Battle aus, da jede den pfeifenden Johann Wolfgang von Goethe für sich gewinnen will, der sich nicht so recht zwischen den beiden oder Gretchen oder auch dem wohl akzentuierten Lenin entscheiden kann.
Britta Streses Theater AG des Werner von Siemens Gymnasiums aus Bad Harzburg zeigt ein kurzweiliges Zusammenspiel aus Musik, Choreografie und Licht, wobei differenziert erarbeitete Figuren nicht nur durch eine bildstarke Maske und Kostüme hervorstechen. Gestaltete Sprache, charakteristische Körperhaltungen und auch die wunderschönen Marotten überzeugen. So beweisen die Schülerinnen und Schüler ihren Mut zum Karikieren, z.B. in einem überzogenen französischen Akzent oder auch in der sarkastischen Darstellung des vom Leben müde gewordenen und schwer atmenden Heinrich von Kleist. Die Typisierungen werden gekonnt mit bekannten musikalischen Themen zugespitzt. So darf der Zuschauer bewusst an Micheal Jackson Zombi-Video oder an die drückende, staubige Atmosphäre aus „Spiel mir das Lied vom Tod“ erinnert werden und wird dabei nicht von unnötigen Bühnenaufbauten gestört. Wer hier nicht applaudiert… Vielleicht wird so jemandem ja eher mit einer Braunkohlwanderung geholfen.
Von Sebastian Schrader

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