»Die Nibelungen – reloaded«

Burgund sucht den Minnestar
Wo erlebt man das schon mal, dass ein Hip-Hopper das Publikum in einwandfreiem mittelhochdeutsch in die Geschichte um Kriemhild, Siegfried und Brunhild einführt. Die Schüler und Schülerinnen versuchen diesem schwierigen deutschen Heldenepos beizukommen mit ihrer eigenen spielerischen, von Annie Werner verfassten, Version. Der ironisch betrachtete Siegfried zieht in die Welt, um ihr zu beweisen, was für ein Held er ist. Dabei kämpft er gegen einen unsichtbaren Drachen, der nur akustisch und als Wort auf der Projektionsfläche erscheint – witzige Reduktion – und wird später Teil der Jury von „Burgund sucht den Minnestar“. Der Versuch den komplexen Inhalt umzusetzen funktioniert vor allem durch Botenbericht und auf Kosten der szenischen Handlung. Dies stellen auch die Kommentatoren, die im Publikum platziert wurden und das Stück durch einige Seitenhiebe ergänzen, fest. Die szenische Handlung lässt dynamische Raumnutzung vermissen. Chorische, bildliche und theatrale Elemente hätten der Inszenierung gut getan. An Ideenreichtum mangelt es der Darstellung jedoch nicht, die Tanzeinlage nach Michael Jackson des beim Publikum sehr beliebten Sängers Otto, die mutige Mario Barthsche Comedyeinlage von Elsbeth, der durchs Publikum schreitende, singende Zwerg und der sehr gefühlvolle Beitrag von Kriemhild und Ute zeigen das kreative Potenzial der Gruppe. Noch stilisiertere Charaktere und mehr Figurenarbeit hätten die Aufführung lebendiger gemacht. Der Szenenapplaus bestätigt, dass die Gruppe es geschafft hat das Publikum in die mittelalterliche Welt zu entführen.
Von Nicole Chwalek

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