»Tatort Grauenstein«

Die Geheimnisse von Burggrafen und ihren Gemäuern
Burg Grauenstein, umgeben vom geheimnisvollen Moor und mit Gerüchten um Geister behaftet, bietet einen idealen Kriminalschauplatz. Herr des Hauses, Graf von Grauenstein, ist ein etwas schrullig erscheinender Mensch mit Stock und klassischen Ansichten. Kein Wunder, dass sich da zwei Welten auftun, als Frau Rose sich mit ihrer Theatergruppe dort zu einem Probenwochenende einfindet, sehr zum Gefallen der örtlichen Presse, die sich etwas Abwechselung erhofft. Neumodische Getränke und elektronische Geräte sind auf Burg Grauenstein verboten – das verdirbt bloß die junge Generation – eine Ansicht, die nicht für allgemeine Freude sorgt. Dazu verbreitet ein andauernd aus dem Nichts kommendes Klopfgeräusch Angst und Schrecken. Während die Mädchen sich in ihrem internen Zickenkrieg immer mal wieder angehen, sich eine vermeintliche Liebesgeschichte um den Hausherren und Frau Rose, der Theaterlehrerin anbahnt, sehen die Dinge am nächsten Tag schon ganz anders aus: Bei der ersten Probe wird eine Leiche gefunden – ein Mädchen aus der Theatergruppe. Tatort: Grauenstein. Im Verlauf der Ermittlungsarbeiten kommen erstaunliche Begebenheiten zu Tage und werden durch die Reporterin letztendlich dem Publikum offenbart: Der eigentliche Burgherr, unter der Burg gefangen, versuchte durch Klopfen auf sich aufmerksam zu machen, wurde während erneuter Ermittlungsarbeiten aber nur noch tot aufgefunden. Der Verdächtige, vermeintliche Burgherr, ist verschwunden, dafür gibt es neue Vermisste im Moor.
Diese komplett selbstgeschriebene Kriminalgeschichte der Theater AG der 7.-9. Klasse des Wilhelm-Gymnasiums besticht durch die Kreativität und Spielfreude der Gruppe. Da wird fast jedem Charakter eine eigene Nuance gegeben und spielerisch umgesetzt, wie z.B. ein in dem Stock verstecktes Reagenzglas des vermeintlichen Grafen, der immer mal wieder „einen Schluck“ vor seinem mörderischen Ritual nimmt. Auch der Einsatz einer Erzählerin, die das Publikum durch das Stück geleitet, ist ein geschickter Handgriff, um Szenen schlüssig miteinander zu verbinden.
Man hätte durch eine Unterbrechung des gleichbleibenden Rhythmus von Szene, musikalischer Einspielung des Tatortthemas, von Erzählerin, Szene usw. den Ablauf interessanter gestalten können und auch die Dialoge der Figuren darstellerisch mehr ausarbeiten können, so dass Gesten und Sprache bewusster gesetzt werden.
Für ihren Einfallsreichtum und den Mut der Gruppe, ein eigenes Stück zu verfassen, hat die Theater AG ein großes Lob verdient!
Von Bettina Stieler

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