»Das Bettelweib von Locarno«

Spuk aus Salzgitter
>>Was spielen die hier? Das Bettelweib von Locarno? Hast du das gelesen?<<
>>Nee, ist aber von Kleist<<
Mit diesen Worten begann der Abend um die Vorstellung der Theater AG der Hauptschule an der Klunkau aus Salzgitter im Haus Drei des Staatstheaters im Publikum während der Einlasssituatiuon jedoch, denn mit dem Beginn ließen sich die Schüler/innen unter der Leitung von Jannis Mouratidis Zeit. Ob beabsichtigt oder nicht: Spannung wurde in jedem Fall erzeugt als nur die leere Bühne zu sehen und dazu ein sich wiederholender Musikeinspieler mit Klavier-/Chor-Elementen zu hören war, auf der Bühne stand dabei nur ein Tisch mit zwei Stühlen.
Für eine Spukgeschichte schon mal kein schlechter Anfang.
Einleitend wurde sich abermals technischer Mittel bedient, in diesem Fall eines Beamers, der immer mal wieder in erzählender Funktion kurz anzeigte, was vorher bzw. in der Zwischenzeit passiert ist. Diese Funktion übernahm außerdem noch eine Erzählerin, sodass man sich über mangelnden Informationsfluss nicht beschweren kann.
Inhaltlich fassten die Schüler/innen die Kurzgeschichte von Kleist zusammen: Das Bettelweib bittet in einer kalten Nacht um Obdach, die Marquise gewährt ihr dieses, der Marchese jedoch befiehlt sie hinter den Ofen, dabei rutscht sie aus, stirbt, der Marchese gerät in finanzielle Schwierigkeiten, will sein Schloss verkaufen, findet keinen Käufer, weil es auf einmal spukt, der Spuk treibt ihn in den Wahnsinn und letztendlich in den Selbstmord.
In den Wahnsinn treibt ihn in der Version der Hauptschüler/innen sicher auch seine Frau, die in sehr klischeehaften Streitereien unterstreicht, dass die die Hosen trägt.
Wenn auch nur im übertragenden Sinne, denn die Kostüme sind im Vergleich zum schlichten Bühnenbild sehr extravagant, aber nicht ausgefeilt. Ausgelatschte Sneakers und glänzende Gewänder können sicher zusammen passen, passten hier aber gar nicht.
Geglänzt wurde aber in jedem Fall durch eine sichere und laute Aussprache der selbsterdachten Dialoge.
Ein sehr bemühter Einsatz, den das Publikum mit kräftigem Applaus und einem gut besuchten Publikumsgespräch dankt.
Von Maximilian Burkhardt

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