»Die sieben Todsünden«

Vom Paradies bis zum Amoklauf
„Zisch....“ und wieder „Zisch...“ - drei Menschen auf einem Podest auf der Bühne. Wir befinden uns im Paradies. Eva ist gerade dabei, Adam zur Sünde zu verführen, die Schlange räkelt sich genüsslich an der Seite. Cut – neue Szene: Was kosten Sünden eigentlich, und wie steht es mit kleinen Sünden zu Discountpreisen? Anonym hinter einer Schattenwand werden die Menschen befragt: Wer hat schon...? – die Sünder treten hinter der Schattenwand hervor, ein Einziger ist sündenfrei und kann in den Himmel mit all seinen Annehmlichkeiten. Ein kurzer Einblick in den Anfang von „Die sieben Todsünden“, einer selbstverfassten Szenencollage des 12.Jahrgangs der Wilhelm-Bracke-Gesamtschule Braunschweig in einer Adaption auf unsere heutige Zeit. In einfallsreichen Bildern, beeindruckenden pantomimischen Szenen und musikalisch-solistisch gut gelungenen kurzen Intermezzi (mit der Begleitung am Klavier von Alejandro Schleese) schaffte es die Gruppe unter der Leitung von Elke Müller-Matuschek nachdenklich zu stimmen. Hier wird ein Spielraum aufgezeigt zwischen der alltäglichen Missgunst, wo das kleine Gift einen innerlich fragen lässt: „Warum hat/bekommt er..., aber ich nicht?“ und den Extremen wie Amoklauf oder Befriedigung einer abnormen Lust im Internet. Manchmal hätte ein Reduzieren auf tiefer gehende Momente statt Lautstärke und ein „viele Aspekte anschneiden Wollen“ noch mehr Inhalt vermittelt, denn gerade in den ruhigeren Szenen, welche sich länger mit einer Thematik beschäftigten, überzeugt dieser 12. Jahrgang mit echter Intensität und Können. Da wären Videoeinspielungen oft gar nicht nötig gewesen, da sie die Aufmerksamkeit von der Gruppe der Spieler eher ablenken. In ihrer Schlichtheit mit schwarzen Kostümen und weiß gemalten Gesichtern war die komplette Gruppe von Anfang bis Ende mit Spielfreude konzentriert dabei. Den Zuschauer konnten sie von dem, was sie sagen wollten, überzeugen und zuletzt noch mit einem positiven Wink aus dem Theater entlassen: Bitte hör(t) nicht auf zu träumen - es existiert also nicht nur Sünde.
Es hat Freude gemacht zuzusehen und nachzudenken.
Von Bettina Stieler

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