»SpeedDating«

Weg aus der Einsamkeit?
Ein Macho, eine aufgedrehte Quasselstrippe, eine Schönheit (die nicht auf ihr Äußeres reduziert werden möchte), eine sexversessene Ernährungsberaterin, ein akribischer Controller – eine Ansammlung von Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Was kann es sein, dass diese Menschen miteinander verbindet? Kurzum - sie alle suchen einen Partner, sind im „normalen Leben“ nicht fündig geworden. Die Lösung: Speed-Dating. Die Akteure, die in kurzen, auf den Punkt gebrachten Szenen, auf der schlichten Bühne und aus dem Zuschauerraum heraus dem Theaterbesucher mit ihren charakteristischen Eigenheiten vorgestellt wurden, sitzen nun in einem Raum. Sie reden auch in schrägster Konstellation miteinander (oder auch nicht wirklich). Gerade die Wirkung, was oder wie man etwas sagt, wie es beim Gegenüber ankommt sowie die kleinen Zwischentöne werden von dem 13. Jahrgang des Braunschweig-Kollegs realitätsnah und feinfühlig herausgearbeitet. Unterbrochen werden die Szenen von live gespielten musikalischen Einlagen der Gruppe auf hohem Niveau - sogar die technischen Pannen wurden so charmant umspielt, dass man manchmal überlegt, ob sie nicht eingeplant waren. Es gibt, wie im wirklichen Leben, gescheiterte und erfolgreiche Annäherungsversuche, selbst die Möglichkeit einer zweiten Chance, sich im Leben zu treffen: sie gibt es. Der Braunschweiger Zuschauer kann all diese ersten Treffen durch die spezielle akustische Untermalung bestimmten Örtlichkeiten zuordnen, die Szenen mitverfolgen und gespannt für sich weiterdenken.
Der Rhythmus der anfänglichen Speed-Dating Szenen hätte sich etwas mehr verändern können, um die Spannung aufrecht zu erhalten, dies wurde aber durch die darstellerische Leistung der Akteure wieder wett gemacht. Die selbsterarbeitete Theaterfassung auf der Grundlage von Ralf Westhoffs „Shoppen“ unter der Spielleitung von Artur Schmieding hat für 90 Minuten das allseits bekannte Phänomen Speed-Dating aus verschiedenen Perspektiven gezeigt. Letztendlich war dieser Abend mehr als gelungen und hat seinen tosenden Beifall voll verdient.
Von Bettina Stieler

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