»Erdöl im Magniviertel?«

Wie das Erdöl langsam sprudeln lernte
Die Brisanz zeigt sich verhalten in der Kneipe aus vergangenen Zeiten, die man zunächst betritt. Ernsthaft wird man von den Akteuren der HvF angeblickt. Dann, beginnt sich die Handlung schleppend aber ehrgeizig und textnah zu verdichten. Zwei schleimige Aktionäre planen ihre Machenschaften, bei denen sie das selbstverschuldet arme „Gelump“ weiter ausbeuten wollen. Hierzu müssen die skrupellosen Wirtschaftsbosse jedoch das Magniviertel in die Luft sprengen und scheuen sich dabei auch nicht über Leichen zu gehen. Man wird von der Theater AG zunehmend für die verkehrt funktionierende Welt sensibilisiert: So stellt die noch hintergründig agierende schrullige alte Gräfin als ein Beispiel fest, dass man vom Arzt kommt und dann erst Schmerzen hat. Doch der „Untergrund“ schläft hier nicht: Denn das „unfähige arme Gelump“ beobachtet die Machenschaften der unsympathischen Großverdiener skeptisch. In dieser Geschichte setzt sich das „Gelump“ zumindest auf seine eigene, endlich erfrischende Weise, zur Wehr. Nach amüsanten Debatten über die Schuld und Verurteilung der „Verbrecher“ werden diese schließlich gerichtet. Die kurzzeitigen, traumartigen Realitätsverschiebungen dienen dabei als auflockerndes und zuspitzendes Element und gleichen so auch die schleppenden szenischen Übergänge der Aufführung aus – eine letztlich gelungene Umsetzung der Vorlage „Die Irre von Chaillot“ (Jean Giraudoux).
Von Lina Gudd

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