»Nichts – Was im Leben wichtig ist«

Ich glaube an 20 % auf Alles
„Nichts - Was im Leben wichtig ist“: Die Abiturienten des Theodor-Heuss-Gymnasiums Wolfenbüttel zeigen eine persönliche Adaption des gleichnamigen Jugendbuches von Janne Teller. Die Bühne ist eingekesselt von Eisbergen aus weißen Pappkartons. Auf einem davon thront Pierre-Anthon, ein pessimistischer Antiheld, der, frisch vom Buch auf die Bühne gehüpft, zuerst einmal sein Publikum beschimpft und über die Bedeutungslosigkeit des Lebens wettert. Er blickt herab auf die schwarz-rot-gekleidete Herde seiner naiven Mainstream-Mitschüler, die sich mal durch den Hormon-Dschungel hangeln, mal verwirrt zwischen den laut schreienden Predigern der großen Weltreligionen herumirren . Nichts scheint von Bedeutung zu sein. Woran sich die Masse festhält, sind Justin Biber und der Schlussverkauf. Die Schüler des Theodor-Heuss-Gymnasium versuchen jedoch, sich dem Fatalismus der Romanvorlage entgegenzustemmen. Mit Familienfotos und den kleinen Freunden des Lebens nehmen sie den Kampf gegen das Nichts auf. Sie sind dabei stets präsent und konzentriert bei der Sache und liefern erstaunlich synchrone chorische Leistungen. Intellektuell bewegt sich dieses Stück auf einem hohen Niveau, auch wenn man sich mehr Erlebnis auf der sinnlichen Ebene gewünscht hätte. Die pantomimischen Illustrationen der Texte wirken stellenweise zu beliebig. Fast hat man das Gefühl, die ganze exentielle Debatte ums Nichts/Sein tangiere die entmenschlichten, weißgesichtigen Kunstfiguren letztlich nicht. Das dem nicht so ist, zeigt sich vor allem in den sehr starken Monologen, in denen die Spieler mit selbst ausgesuchtem Textmaterial ihre eigene Haltung zum „Nichts“ herauswettern. Insgesamt sehr ambitioniertes Bildertheater.
Von Sina1

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