»Wir glauben lieben hoffen«

Logische und konsequente Nacherzählung
„Wir glauben lieben hoffen“: Leider war der Titel dieses Stücks, das die Theater-AG des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums Herzberg auf die Bühne brachte, überhaupt nicht programmatisch. Die Leiterin der AG hat offensichtlich wenig Wert auf die inhaltliche sowie körperliche Auseinandersetzung mit dem Thema gelegt. Vielmehr stand die logische und konsequente Nacherzählung der Stückvorlage im Vordergrund der Aufführung.
So fällt bei der Umsetzung deutlich auf, dass die DarstellerInnen bis auf einige wenige keinen Zugang zum Thema hatten und es dementsprechend behandelten: Halblaute Proklamationen, lasche Ansagen, emotionslose Gesten und gefühlloser Umgang mit Requisiten machten die Atmosphäre der Inszenierung nur allzu deutlich.
Positiv ist die Besetzung der Rollen aufgefallen: Besonders heraus stachen der (die) taubenfütternde Präparator(in), Frau und Herr Amtsgerichtsrat und die erste Elizabeth.
Von Julia Uschakow

Kommentare

02.07.2012 23:17 Ulrike Robra
Die Darsteller hätten keinen Zugang zum Thema gehabt? Nach meinem Eindruck haben sich die Schüler ihren Aufgaben im Stück mit großem Ernst gewidmet und souverän gespielt. Der Einsatz von Requisiten war sparsam und angemessen, auch die Kostüme fand ich sehr geeignet. Die Musikbeimischung hat auch mir sehr gut gefallen. Die Artikulation fand ich, fast erstaunlich, klar und sicher. Ich konnte einem Drama aus einer vergangenen Epoche folgen, dessen Zeitbezüge unübersehbar waren. Und das haben mir die Darsteller vermittelt.
29.06.2012 14:33 Oliver Schweser
Ich empfinde diese Rezension als riesige Frechheit. Zweifellos gibt es Anlass zur Diskussion über das Stück, aber dies ist keine konstruktive Kritik, sondern ein hingeschmierter persönlicher Angriff auf Schüler und Lehrkraft. Das ist nicht nur geschmacklos, sondern höchst unprofessionell von Frau Uschakow.
29.06.2012 18:48 Madeleine Pawlowski
Auch Kritisieren will gelernt sein!
Obgleich eine Rezension dazu da ist, auch negative Aspekte herauszustellen, scheinen die stellenweise viel zu harten Worte in diesem Text, dessen Adressaten auch die jugendlichen Schüler sind, unangebracht. Selbst die wohl positiv gemeinte Herausstellung einzelner Spieler am Ende wertet die anderen noch weiter ab und scheint äußerst unpädagogsich. Es sollte zu bedenken sein, dass die Darsteller - wie mehrfach erwähnt - AG-Teilnehmer und keine Profidarsteller sind, die ihr Stück bei einer SCHULtheaterwoche präsentiert haben. Liebe Frau Uschakow, halten Sie sich doch an folgenden Dreischritt für konstruktive Kritik:
Positives - Negatives - Verbesserungsvorschläge.
30.06.2012 18:43 Daniela Zeitz
Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen. Selbstverständlich darf und muss man auch beim Schultheater kritisch sein, aber diese "Rezension" geht unter die Gürtellinie und vergreift sich den teilweise noch jungen Spielerinnen und Spielern gegenüber mehrfach im Ton – eine pädagogische Katastrophe! Ich selbst habe die Aufführung gesehen und komme zu einem anderen Fazit:
Horvárths Stück wurde weder einfach konsequent und logisch nacherzählt, noch fehlte eine inhaltliche und körperliche Auseinandersetzung mit dem Thema. Mir scheint, als habe sich die Rezensentin Julia Uschakow nicht angemessen mit der Vorlage beschäftigt, bevor sie diese „Rezension“ schrieb. Anders kann ich mir eine solche Fehleinschätzung nicht erklären.
Das Stück der Theater-AG aus Herzberg war für mich eine altersgerechte und an vielen Stellen gelungene Adaption der Vorlage. Hierbei hat Johanna Wehmeyer auch bei der Besetzung der Rollen ein gutes Gespür gezeigt. Sämtlichen Spielerinnen und Spielern gelang es, ihre Rolle angemessen mit Leben zu füllen. Vor allem war ihnen der Spaß auf der Bühne anzumerken. Naturgemäß traten die älteren Schülerinnen und Schüler hierbei etwas mehr hervor – das kann jedoch keinen Pädagogen überraschen.
Zu loben sind ebenfalls die eigene musikalische Unterstützung sowie der Versuch, mit möglichst wenig Requisiten auszukommen. Letzterer hat meiner Meinung nach jedoch auch dazu geführt, dass Zuschauern, die das Stück nicht kannten, stellenweise der „rote Faden“ verloren gehen konnte. Stellenweise war es nicht möglich, die Handlung zu verorten. Eventuell wären hier kurze Regieanweisungen oder Einschübe, wie sie auch von anderen Theatergruppen gebraucht wurden, denkbar gewesen.
Alles in allem konnten die Zuschauer ein kurzweiliges Stück sehen, das jedes Lob verdient hat.

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