»Piraten sind Piraten (in Worten wie in Taten)«

Segen der Karibik
Totenköpfe, Augenklappen, modisch schwarze T-Shirts, denn „schwarz ist unsere Seele“. Die Welt der Freibeuter ist dennoch bunt und wild. Wild entschlossen hat dann auch die Theater-AG der Karl-Söhle-Schule die Anzahl der Schiffs-Crews verdoppelt. „Jeder Junge wollte Pirat sein“, so die Spielleitung Anne Lange. Der Stoff des Leinwandepos' `Fluch der Karibik´ bietet dazu gutes Material und mit Kapitän Jack (authentisch gespielt von Matthis Lilie) einen wilderen, wenigstes wildbelockteren Gegenpart zum biederen Ober-Piraten der Originalkomposition von Andreas Schmittberger. Von seinen schmissigen Melodien haben die Kürzung des Stücks auf eine gute halbe Stunde leider nur einige wenige Lieder überlebt. Platz gemacht wurde dafür alten Fahrtenliedern („Männer mit Bärten“) und Rundgesängen („Wir haben Hungerhungerhunger“).
Den sechs Mädchen und acht Jungs machte Singen offensichtlich mehr Spaß als die zwar selbstgeschriebene, aber aufgesetzt wirkende und etwas unterinszenierte Flaschenpostgeschichte. Da wäre es schön gewesen, den gut 250 jugendlichen Zuschauern so herrliche Songs wie den skurrilen „Tango Einbein“ oder „El Crocodilio Schnarcho“ von der Schulmusical-CD des Fidula-Verlages nicht vorenthalten zu haben.
Tapfer hält Käpt´n Danton (textsicher gespielt von Jan Niklas Dreyer) die Erzählfäden bis zum überraschenden Schluss beisammen. Das schon unter Viertklässlern einige Rampenlichtgestalten zu finden sind, zeigte Prinzessin Filomena (Annelie Fischer), die auch mit einer kleinen Querflöten-Einlage bezauberte.
Die Inszenierung war - den sich andeutenden Fähigkeiten der Kinder zum Trotz - durch Claudia Kasprzyck von der örtlichen Musikschule ganz auf eine reibungslose Gesangsvorführung getrimmt. In den geplanten Piratenrauferein oder den Liebeleien zur Mondnacht wurde dennoch die Spielfreude der jungen Hankensbütteler sichtbar. Da sind es dann vor allem die kleineren, aber mit viel natürlichem Charme gespielten Rollen, die dem Stück den Teamgeist sichern. Vorneweg und stellvertretend für andere sei da die „Kleine Knute“ (Lea Richter) genannt. Gemeinsames Singen war auch die Stärke dieses Stücks. Bei „Drei, zwei, eins! Ich kenn 'nen Walfisch, der heißt Heinz“ ging beim dritten Zugaben-Vortrag das Publikum gleich mit.
Insgesamt wirkte die Theater-AG sehr engagiert und routiniert. Da mögen zur Lampenfieberbeseitigung die absolvierten Auftritte beim heimischen Schulfest mit Gästen aus Polen beigetragen haben. Dass Viertklässler sich mit Verve zum vollgepackten Grundschulalltag in das Einstudieren eines umfangreichen Musicals stürzen, ist noch ein Extra-Lob wert. Oder besser noch, gleich eine Nominierung für die `Leonie´. Eine solche Schultheater-Auszeichnungs-Löwin sollte endlich gestiftet werden. Mit `Leonie´ gebe es dann noch eine Portion mehr `Mini-Brollywood´.
Von Stan Schneider

Kommentieren

Die Kommentar-Funktion wurde wegen Spam-Missbrauch deaktiviert.

Fotos zu den Stücken

Sie haben ein Foto zu »Ihrem« Stück? Wir fügen es gerne der Beschreibung hinzu! Bitte schicken Sie es an .

Mehr Termine...

Schultheaterkalender ...finden Sie auf dem Schultheater- kalender. Spielleiter können dort weitere Aufführungstermine unkompliziert bekannt machen!

Archiv