»BurgGespenster«

Wohin mit den Burggespenstern?
Die Musik- Theaterklasse Klasse 6.4 weiß, wie sie mit reduziertem Bühnenbild und mit kaum Requisiten Atmosphäre erzeugen kann. Die schöne und stimmige Lichtarbeit gepaart mit den musikalischen Einspielungen waren eine schöne Kombination, um die selbstverfasste Inszenierung zu unterstützen.
Es geht um eine Schulklasse auf Klassenfahrt auf der Burg Sternberg, die jedoch an einen Immobilienhai verkauft werden soll. Doch wohin mit dem seit langem dort tätigen Küchenteam, den zahlreichen Schulklassen, die ihre Ausflüge hierher unternehmen, und vor allem den Burggespenstern? Kann die geheimnisvolle Erbin eine Lösung bieten?
Zur Gespensterstunde treffen die Geister Kasper und Kuno samt Kindermädchen auf die Schüler und schmieden einen gemeinsamen Plan: Die Burg darf nicht in ein Golfhotel verwandelt werden - heißt es nun!
Neben der meist sehr gut verständlichen Artikulation und der angenehmen Lautstärke der Darsteller, ist mir besonders der Teamgeist aufgefallen. Bei kleinen Aussetzern oder Texthängern der Spieler, haben die Mitspieler stets mit dezenten Stupsern oder souflierten Textfragmenten nachgeholfen. Wenige andere Versprecher wurden charmant weggelächelt und überspielt, was eine souveräne Leistung ist!
Einige Szenen hätten mehr Dynamik vertragen können, wie beispielsweise die Tanzszenen. Dabei waren die kleinen Vertanzer nicht das größte Problem. Jedoch hätte man die Choreographie, insbesondere des Schlusstanzes der Gesamtgruppe, gruppendynamisch weiter ausfeilen können, um dadurch den Tänzern mehr Selbstvertrauen zu geben.
Die Zusammenkunft der Gespenster und der Schüler war ein witziges Moment, da die Gespenster selbst über die Menschen, die sie bis dato nur aus Gruselgeschichten kannten, erschrocken waren und sich über deren Verhalten brüskierten. Schön war ebenfalls, als eine der Darstellerinen ganz nah an einem der Geister vorbei griff, was in der Schnelligkeit tatsächlich aussah, als könnte sie durch ihn hindurchgreifen.
Es gab nur wenige private Momente auf der Bühne, die jedoch von dem einen oder anderen verschmitzen Blick ins Publikum und Gekicher gestört wurde.
Eine besonders tolle Ausdrucksstärke und ein sehr überzeugtes Spiel bot die Erbin der Burg, die im schillernden Kleid dem Immobilienhai die Stirn bot. Schnippisch und keck schritt sie die Bühne auf und ab, während sie über ihre geerbte Familienburg sinnierte. Auch die direkte Ansprache an das Publikum gelang ihr glaubhaft.
Alles in Allem war es eine überzeugende und spaßige Aufführung der kleinen Darsteller auf der großen Bühne des Kleinen Hauses des Staatstheaters Braunschweig.
Von Céline Bartholomaeus

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