»Das Mädchen«

Das Leben ist scheiße! Aber wem sag ich das?
Allein gelassen muss sich die namenlos bleibende Hauptdarstellerin in „Das Mädchen“ ohne jegliche Unterstützung durchs Leben schlagen. Die Mutter lässt das Mädchen und ihren jüngeren Bruder oft tagelang allein, ohne Nahrung oder Zugang zu sanitären Anlagen, zu Hause eingesperrt zurück. Als Opfer häuslicher Gewalt fehlt ihr nicht nur der Rückhalt der eigenen Familie, sondern durch ständige umzugsbedingte Schulwechsel auch der rettende Freundeskreis.
Eine Thematik, welche man nicht gerade von einer 10. Klasse erwarten würde. Für das Stück entschieden haben sich die Schülerinnen und Schüler des Theater Kreativums der 10. Klasse der Christophorusschule Braunschweig unter der Leitung von Anja Wehling aufgrund der generell gestellten Thematik „Kontraste“, zu der auch andere Gruppen verschiedene weitere Projekte realisieren konnten. Man merkt den Spielerinnen und Spielern ihre Begeisterung für das eigens verfasste und von Angelika Klüssendorfs gleichnamigen Roman inspirierte Stück an – die Thematik berührt sichtbar jeden einzelnen. Dieses Projekt ist nicht innerhalb von zwei Monaten entstanden, und das sieht man. Teils etwas langatmige und irrelevant anmutende Dialoge werden vom Rest des dramaturgisch sehr gut umgesetzten Stückes aufgefangen.
Es ist offensichtlich, dass sich nicht nur die Spielerinnen und Spieler auf der Bühne hier lange Zeit Gedanken gemacht haben, auch die verantwortlichen Schülerinnen und Schüler hinter der Bühne haben sich ordentlich ins Zeug gelegt. So werden nicht nur viele Szenen, die düstere Stimmung unterstützend, mit systematisch ausgewählter Musik unterlegt, sondern auch die Requisiten wurden intelligent gewählt und vielseitig eingesetzt. Dies unterstützt neben dem geschickten Gebrauch unterschiedlicher Beleuchtungstechniken den durchweg positiven Gesamteindruck des Stückes.
Die Spieler schaffen es eine authentische, kalte und düstere Atmosphäre zu kreieren, die in der brillanten Schlussszene ihren absoluten Höhepunkt erreicht. So geht auch nach Ende der Aufführung eine elektrisierende Spannung durch das LOT Theater. Man merkt, die Schülerinnen und Schüler haben mit dem Thema längst noch nicht abgeschlossen.
Von Skrollan Fides Schmidt

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