»N.N. – Nomen Est Nominandum«

Individuum versus Kollektiv
Was ist Zusammenhalt? Wo ist mein Platz in der Gesellschaft? Wie erreiche ich meine Ziele ohne mich selbst, oder andere zu vernachlässigen? Mit diesen Fragen setzt sich das Theaterstück „Nomen Est Nominandum“ des Darstellenden Spiel Kurses der 11. Klasse der Wilhelm-Bracke-Gesamtschule auseinander.
Diese Fragen werden anhand von zwei Geschichten beantwortet. Wir sehen eine Gruppe von Menschen, die eine Reise plant und wie die Probleme, hervorgerufen durch die individuellen Vorstellungen und Merkmale der einzelnen Personen, gelöst werden. Im zweiten Handlungsstrang werden ein Büroalltag und der Kampf um Anerkennung dargestellt. Die fordernde Chefin behandelt ihre Angestellten unfair und bevorzugt eine Mitarbeiterin, die ihre Wertschätzung offensichtlich nicht verdient hat. Das Stück endet mit einem Resümee einzelner Personen, welche schildern, wie sie die auftretenden Schwierigkeiten bewältigt haben - und einem überwiegend positiven Blick in die Zukunft.
Die Inszenierung beschränkt sich auf das Nötigste, so gibt es kein Bühnenbild, oder aufwändige Requisiten. Die Spieler sind allesamt in schwarze Oberteile gekleidet, lediglich die Farbe der Hose ist bei jedem verschieden, was den Konflikt zwischen kollektivem und individuellem Handeln unterstreicht. Die Rollen sind gleichmäßig im Ensemble verteilt, sodass es keine Haupt- oder Nebenrollen gibt. Jede Figur verbringt ungefähr die gleiche Zeit auf der Bühne. Ein Offsprecher leitet das Stück ein und verwendet die Metapher des Kriegs als Beschreibung für den Weg jedes Einzelnen in der Gesellschaft. Dieser Krieg und Kampf findet sich auch in den Gestiken und Aktionen der Spieler wieder. Zum Beispiel in einer Szene in der Mitte des Stücks, in der die Beteiligten im Halbkreis stehen und aufeinander zu gehen, worauf ein Zerren und Schubsen folgt. Der Anteil an Dialogen und beiseite Gesprochenem hält sich ungefähr die Waage. Das beiseite Gesprochene klärt uns über die Gedanken der Figuren auf, während die Dialoge die Handlung voran bringen.
Die Spieler wirken insgesamt sehr motiviert und engagiert und stellen die ihnen zugewiesenen Rollen gut dar. Durch die abwechselnd dargestellten Handlungsstränge und die eingeworfenen Passagen, die nicht die Handlung erzählen, sondern die allgemeinen Konflikte darstellen, bleibt das Stück sehr interessant. Mit der am Anfang und am Ende aufgeworfenen Frage „Gemeinschaft ist Zusammenhalt. Und ich (wir)?“ kann sich
der Zuschauer identifizieren. Jeder ist mit Themen wie Anpassung, Konfliktbewältigung, individualistischem vs. kollektivistischem Verhalten und der Frage, wie man sich ohne übermäßig egoistisches oder altruistisches Handeln in die Gesellschaft einfügen soll, vertraut. Besonders jüngere Zuschauer werden mit einem guten Gefühl das Theater verlassen haben, da das Ende des Stücks Hoffnung macht: N. N. ist in der Lage seinen Platz zu finden und glücklich zu werden.
Von Ingmar Wiese

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