»Summer Loving«

Liebe deinen Nächsten - um jeden Preis
Die Geschichte von „Summer Loving“ basiert auf dem Musical „Grease“. Mittlerweile hat es schon ein paar Jährchen auf dem Buckel, daher noch mal kurz die Handlung zusammengefasst: Danny liebt Sandy, aber weil er vor seiner Gang den coolen Typen und Frauenaufreißer geben muss, gibt er ihr einen Korb nach dem anderen. Die brave Sandy versinkt in Liebeskummer und beschließt daraufhin, einfach mal ihr Inneres umzukrempeln und wie die Mädchen aus ihrer Clique zum männerfressenden, rauchenden und saufenden Vamp zu werden. Endlich ist Sandy also auch cool und Danny hat kein Problem mehr damit, sie öffentlich zu lieben.
Bis es aber soweit kommen kann, werden in der Aula der Wilhelm-Bracke-Gesamtschule alle bekannten Hits aus dem Musical gesungen und gespielt. Sowohl die Band, als auch die Spielerinnen und Spieler geben dabei eine beeindruckende Leistung ab. Ein Song jagt den nächsten, von der Soloballade über schöne Duette bis hin zu toll choreografierten Ensemblenummern. Man staunte nicht schlecht, was die Schülerinnen und Schüler da auf die Bühne gebracht haben. Die Spielfreude sprang direkt auf das Publikum über und in guter Volksmusikmanier wurden die Songs immer wieder klatschend begleitet. Die Gruppe gab alles, keiner fiel besonders negativ oder positiv aus dem Rahmen, jeder trug seinen Teil zu einer rundum gelungenen und kurzweiligen Aufführung bei. Lobend erwähnen muss man hierbei auch das tolle Bühnenbild. Kritisieren kann man im Grunde nur die Spielleitung. Der unreflektierte Umgang mit dem thematischen Inhalt stieß bei den älteren Zuschauern hoffentlich auf Unverständnis. In einer Schulaufführung, wo viele jüngere Kinder sitzen, eine Geschichte zu erzählen, in der die Frau alles versucht, um dem Mann zu gefallen ist nicht nur altbacken, sondern auch gefährlich und trägt so unweigerlich zur Reproduktion von Genderklischees bei. Es muss bedacht werden, dass die Spielerinnen und Spieler gerade für die Kleinen eine Vorbildfunktion besitzen. Auch unverständlich war die Besetzung der Hauptrolle mit einem Studierenden (damit möchte ich nicht seine hervorragende Leistung schmälern), sowie drei weitere Besetzungen mit Nicht-Schülern.
Insgesamt ein unterhaltsamer Abend, eine tolle Spielgruppe und klasse Songs. Hält man den Sicherheitsabstand zur banalen Geschichte ein, verbringt man spaßige zwei Stunden.
Von Philipp Radau

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