»Natürlich war das nicht die feine Art...«

Wir alle sind gefordert!
Das Elektrokardiogramm ertönt leise im Hintergrund, in regelmäßigen Abständen ertönt der leise Ton, der die Aktivitäten des Herzens wiedergibt – bis er verstummt. Die Stimme der Kanzlerin schallt aus dem Off auf die dunkle Bühne: „Der Staat ist hier mit seiner ganzen Kraft gefordert“. Stille. Der Zuschauer muss sich erst einmal sammeln, betroffen, bewegt und zum Nachdenken angeregt entlässt ihn die Darstellendes Spiel –Klasse 10e des Theodor-Heuss-Gymnasiums unter der Leitung von Juliane Trikojat zurück in den Alltag. „Natürlich war das nicht die feine Art...“ - eine Eigen-Produktion auf Grundlage von „Der Unsichtbare“ von Mats Wahl über die Gefahr von rechts, Neonazis und rassistische Vorgänge. Kein leichter Stoff, den diese Theatergruppe meisterhaft auf der Bühne umzusetzen vermag. Hakenkreuze zieren die Tafel, ein Schüler verschwindet und alle Mitschüler sowie die Lehrer und Schulangehörigen leugnen, reden sich raus, sehen weg und sind doch Teil der Welle des Hasses, der sich in dieser Klasse ausbreitet. Extrem authentisch lässt das Ensemble menschliche Abgründe durchblicken, als Zuschauer spürt man, wie ernst sich alle Spielerinnen und Spieler mit dem Thema Rechtsextremismus auseinandergesetzt haben. Als das Licht wieder angeht kommt tosender Applaus auf - zu recht, hat doch an diesem Tag eine hervorragende und beispielgebende Inszenierung die Schultheaterwoche bereichert.
Von Danny Ueberschär

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