»BeGEISTerung eine szenische Collage«

Abwechslung, die begeistert
Wofür begeistern wir uns heute? Was weckt in uns Leidenschaft? Wann lassen wir uns mitreißen, werden euphorisch, überschwänglich, hysterisch? Und was passiert, wenn die Freude plötzlich ins Gegenteil umschlägt? Die Schülerinnen und Schüler der Theater-AG der Dr.-Klaus-Schmidt-Hauptschule beschäftigen sich in ihrem Stück mit diesen und weiteren Fragen. Unter Leitung von Claudia Müller entstand eine Szenencollage, in der die Spieler aus den Jahrgängen acht bis zehn nicht nur zeigen, was sie selbst begeistert, sondern auch einen Blick auf die heutige Gesellschaft und die Geschichte werfen. Alltägliche Momente der Begeisterung stehen im Stück entscheidenden politischen Ereignissen oder Entwicklungen gegenüber. Von der lang erwarteten »Zalando«-Lieferung über den Fall der Berliner Mauer bis hin zum Unglück bei der Loveparade 2010 - entstanden ist eine bunte Mischung von Momente, Situationen, Geschichten. Ein Teil der Szenen ist lustig, aufgedreht, auch etwas albern, in anderen Szenen gibt es wiederum bewegende Momente, in denen sich die Spieler ernst, nachdenklich und hinterfragend zeigen. Man konnte merken, dass das Stück selbst verfasst und die Schüler an dem, was sie darstellten, interessiert waren.
Genauso abwechslungsreich wie der Inhalt des Stücks und die Spielweisen der Schüler gestaltete sich auch ihr Umgang mit der Bühne. Das Bühnenbild ist eher schlicht, eine weiße Leinwand und mehrere Pappkartons, bemalt mit verschiedenen Bildern und Buchstaben, die das Wort »BEGEISTERUNG« bilden. Die Kartons werden gestapelt und wieder umgestoßen, hin- und hergeworfen, umgestellt, immer wieder entstehen neue Situationen. Mal sind nur einzelne Spieler auf der Bühne, mal wird sie von der ganzen Gruppe ausgefüllt.
Es fällt auf, wie sicher sich die Schüler auf der Bühne und im Umgang miteinander fühlen. Das Timing stimmt, Choreografien gelingen und die wenigen Umbauphasen funktionieren reibungslos. Einzig der häufige Medieneinsatz ist problematisch, da sich hier Timing und Verständigung als schwierig erweisen. Man versteht einzelne Spieler aufgrund parallel laufender Musik nur schlecht oder sieht öfters die Bedienungsleiste des Videoprogramms auf der Leinwand.
Wichtiger Bestandteil des Stücks ist die Moderation und der Kontakt zum Publikum. Mehrmals erklärt ein Moderator, was gerade passiert, vereinzelt werden Zuschauer direkt angesprochen oder auf die Bühne geholt. Dieser Publikumskontakt wird von den Spielern leider nicht immer souverän gemeistert, es scheint Berührungsängste zu geben. Oft werden die Aktionen sehr schnell wieder abgebrochen. Davon abgesehen schaffen es die Schüler, die Zuschauer durch Sympathie, ihre Energie und Freude am Spiel mitzureißen. Nach einigen Szenen gab es Zwischenapplaus und während des Abspanns am Ende, in dem alle Beteiligten noch einmal gewürdigt werden, durchgehend Applaus und Jubel aus dem Publikum. Begeisterung ist eben doch ansteckend.
Von Berit Wilschnack

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