»In einer Neujahrsnacht«

Bitte einmal alle lächeln. Klick. Klick.
„ Und bitte einmal alle lächeln“. Klick. Klick. Schnell das letzte Foto auf dem Abiball gemacht und die Vereinbarung getroffen sich an Silvester wieder zu treffen, so beginnt das selbstverfasste Stück „ In einer Neujahrsnacht“ des Darstellenden Spiel Kurses des 11. Jahrgangs des Julius-Spiegelberg-Gymnasiums in Vechelde unter der Leitung von Klaus Nührig.
Rückblickend werden die Erlebnisse des vergangenen Jahres rekapituliert, während man für eine Zigarette oder einen kleinen Plausch vor einer Disko steht, in der die Silvesterfete steigt. Es wird von Weltreisen, verflossener Liebe, schrecklichen Verwandten und den Zielen des Lebens gesprochen. Themen denen man anmerkt, dass Stück und Dialoge von den Schülern selbst erarbeitet wurden und mit viel Witz und Energie daherkommen. Diese vom eigenen Erfahrungsschatz profitierenden Anekdoten werden in einer naturalistischen Spielweise umgesetzt, die sich jedoch nicht dem überspitzten Spiel von Stereotypen entziehen kann. Allerdings werden diese durch die schauspielerische Leistung der Schüler freigespielt und wirken im Kontext als für das Stück unumgängliche Charaktere.
Nach einer starken Anfangsszene, in der das Publikum durch einen Monolog mit einem Rucksack direkt angesprochen wird und die Schauspieler, wie „Mensch-ärger-dich-nicht-Figuren“ auf die Bühne gewürfelt werden, folgen die ineinander verwobenen Handlungsstränge, die von den verschiedenen Figuren ausgehen. Diese machen das Stück vielschichtig und verleihen ihm ein gewissen Grad an Abstraktion, der manchmal an anderen Stellen des Stückes fehlte. Auch die theatralen Mittel, die am Anfang des Stückes eingesetzt wurden, hätten einigen Szenen gut getan.
Dieses Fehlen konnte jedoch durch raumgreifendes Spiel sowie durch eine beachtliche Spieldynamik aufgewogen werden. Es gab eine stetige Verlagerung der Präsenz zwischen den Schauspielen, so dass der Zuschauer jede Rolle als gleichwertigen Protagonisten wahrnehmen konnte.
Ohne die aufwendige Nutzung von Requisiten gelang es den Schülern die verschiedenen Szenarien vor den Augen der Zuschauer aufleben zu lassen und trotz minimalistischen Bühnenbildes Orientierung zu schaffen. Dieses wurde vom Publikum durch mehrmaligen Szenenapplaus honoriert. Als runden Abschluss fand sich die Partygemeinschaft auch in der Silvesternacht zusammen und es hieß wieder „ Bitte einmal alle lächeln“ Klick. Klick.
Von Mathilda Wehling

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