»Eröffnung« und »mfg – der/die/das Tanztheater von und über Faust Vol.1«

Der ganze Strudel strebt nach oben
Nicht das Dialogische der Faust-Fabel war die Triebfeder für den Darstellenden-Spielkurs der Wilhelm-Bracke Gesamtschule. Erzählt wurde das triebhaft-düstere Beziehungsgeflecht zwischen Faust, Mephisto und Gretchen auf subtile Weise eher mit den körpersprachlichen Mitteln des Tanztheaters. Gleich zu Beginn zeigt sich das Ensemble in konzentrierter Gruppen-Verschlungenheit. Aus dem Off erklingen im Flüsterton die bedeutungsschweren Worte: „Der ganze Strudel strebt nach oben; Du glaubst zu schieben, und du wirst geschoben.“ Minimale Impulse wie das Wenden und Drehen der ca. 20 Körper oder auch nur der Köpfe allein genügen schon, um des Pudels Kern der Faustschen Thematik immer neu funkeln zu lassen. Das Urböse durchschleicht immer wieder als Einzelgestalt quasi den sich verkrümmend bewegten Gruppenkörper, in dem sich Faustisches und Teuflisches immer neu begegnen. Faszinierend sind die wie selbstverständlich gegenseitig aufgenommenen Impulse der Gruppenmitglieder untereinander im manchmal absichtsvoll asynchronen Tanzrhythmus. Auch die exzellent gesteuerte Tonqualität (Thomas Malorny) unterstreicht die einfallsreichen choreographischen Muster (Anna-Maria Warzecha, Maike Paffrath), die insgesamt zu einer umjubelten Auftakt-Inszenierung führen.
Von Harald Hilpert

Kommentieren

Die Kommentar-Funktion wurde wegen Spam-Missbrauch deaktiviert.

Fotos zu den Stücken

Sie haben ein Foto zu »Ihrem« Stück? Wir fügen es gerne der Beschreibung hinzu! Bitte schicken Sie es an .

Mehr Termine...

Schultheaterkalender ...finden Sie auf dem Schultheater- kalender. Spielleiter können dort weitere Aufführungstermine unkompliziert bekannt machen!

Archiv