»Eröffnung« und »mfg – der/die/das Tanztheater von und über Faust Vol.1«

Faust einmal anders
Dem Auftaktstück werden stets besondere Aufmerksamkeit, aber auch entsprechende Erwartungen entgegen gebracht. Letztere erfüllten die Schülerinnen und Schüler des 12./13. Jahrgangs der Wilhelm-Bracke-Gesamtschule im besonderen Maße. Sie nahmen sich den Abiturstoff von Goethes „Faust I“ zur Grundlage für die Entwicklung einer beeindruckenden Tanzperformance. Professionelle Unterstützung erhielten sie dabei von Maike Paffrath, Anna Maria Warzecha und Thomas Malorny vom LOT-Theater, die gerne dieses Projekt gemeinsam mit den Schülern entwickelten.
Dabei widmeten sie sich den drei Protagonisten des Dramas -Mephisto, Faust und Gretchen (MFG)- und ihren besonderen Eigenschaften und Charakterzügen und setzten diese höchst wirkungsvoll in tänzerische Bewegungen und körperliche Bilder um. Dem Interpretationsspielraum wurde dabei kaum Grenzen gesetzt: da sieht man stimmungsvolle Großchoreographien, welche die Unbeschwertheit und jugendliche Frische des Gretchens volksliedhaft in Szene setzen. Da sieht man junge Männer gewalttätig beim Ringen - der Kampf Faust vs. Mephisto und zugleich die innere Auseinandersetzung von Fausts zwei Seelen, die in seiner Brust wohnen. Da sieht und hört man spektakuläre bewegte Bilder nebst Klangeffekten, welche das Ewig-Strebende Fausts mit dem Teuflisch-Verführerischen des Mephisto verbinden. Und man sieht den emotionalen Fall Gretchens hin zum Wahnsinn, ihre innere Aufruhr und ihr letztliches Widerstreben gegen das Böse. Immer wieder auftauchend eine dunkle Gestalt mit Spieluhr, welche schlangenartig in fluvialen Bewegungen die dunkle Seite, die Verführung, kurz das Böse abbildet.
Sie wollten bewusst etwas Anderes machen und sich von konventionellen theatralen Umsetzungen der anderen Schultheatergruppen absetzen und hätten dabei die Form des Tanztheaters gewählt, obwohl dazu keinerlei Vorbildung vorhanden gewesen sei, so die Schüler. Und so sollte auch Schultheater sein: schülerzentriert und schülergerecht, mutig und mit viel Spaß an Kreativität und Innovation.
Ein äußerst gelungener Auftakt der Braunschweiger Schultheaterwoche in einem fast vollen Kleinen Haus.
Von Matthias Geginat

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