»Schein bright like a diamond«

Vom Konflikt zwischen arm und reich
Im LOT-Theater herrscht düstere Stimmung. Zuschauer kommen in den Raum und nehmen rund um die Bühne Platz, die mitten im Raum aufgebaut ist. Ein Rechteck aus schwarzen Latten wird von sechs Leitern getragen. Im Raum verteilt stehen die elf Spieler, von denen jeder einen Webschützen in der Hand hält. Während ein Teil der Gruppe ihn dazu benutzt, um den Boden oder auch den ein oder anderen Zuschauer abzuwischen, stehen die anderen Spieler oben auf den Leitern und überblicken das Geschehen. Sie alle sind komplett in schwarz gekleidet, jeder von ihnen wurde mit einem weiß grundiertem Gesicht anonymisiert. Trotzdem ist bereits aufgrund der räumlichen Trennung klar, dass die Rollen in zwei Gruppen aufgeteilt sind. Die arme Unterschicht arbeitet auf dem Boden und wird von der reichen Oberschicht überwacht.
Die Schüler des Prüfungskurses Darstellendes Spiel im 11. Jahrgang des Gymnasiums im Schloss Wolfenbüttel haben, unter Leitung von Christian Krüger, fast ein Jahr lang an ihrem Stück gearbeitet, indem sie sich mit der, in der heutigen Gesellschaft immer größer werdenden, Kluft zwischen Arm und Reich beschäftigen. Sie werfen, mal ironisch, mal sehr ernst, einen Blick auf aktuelle Entwicklungen und Probleme, die sowohl reiche, als auch arme Menschen betreffen.
Textlich arbeiten die Schüler in ihrem Stück mit Fragmenten aus Georg Hauptmanns »Die Weber«, aber auch Zeitungsausschnitte, Songtexte, der Sozialbericht 2013 und andere Dramen- oder Romantexte wurden von ihnen ausgewählt, teilweise umgeschrieben und werden schließlich auf der Bühne mit sehr klaren Stimmen vorgetragen.
Unterbrochen werden diese Textfragmente durch kurze Choreografien, die mal sehr wild, mal ganz mechanisch gestaltet sind. Es entstehen starke Bilder, wie das von Menschen, die sich im Regen aus Silberkonfetti und Papiergeld hemmungslos ihrem Reichtum hingeben, sich hysterisch im Geld auf dem Boden suhlen und dabei immer animalischer werden. Beeindruckend waren Timing, Synchronität und Taktgefühl der Gruppe, es fiel auf, mit wie viel Freude und Konzentration die Schüler auf der Bühne standen.
Das Stück beinhaltete mehrere Situationen, in denen die Schüler mit dem Publikum interagierten. Es wurden Umfragen durchgeführt, die die Zuschauer zum Nachdenken über sich und die Gesellschaft anregten, sowie Statistiken vorgestellt, die, auf das Publikum übertragen, bildlich dargestellt wurden. Im Umgang mit den Zuschauern zeigte die Gruppe keine Berührungsängste. Das Publikum wurde direkt angesprochen, sogar angeschrien, in das Stück einbezogen und vom intensiven Spiel der Schüler mitgerissen, sodass es am Ende langen Applaus gab und die Zuschauer das Theater sicher mit einigen neuen Ideen, Gedanken und Überlegungen verließen.
Von Berit Wilschnack

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