»SPIEL DES LEBENS«

Was hat uns Goethes Faust heute noch zu sagen?
Keinen einfachen Stoff hat der Prüfungskurs Darstellendes Spiel des Gymnasiums im Schloss Wolfenbüttel zu Beginn des Schuljahres aus mehreren Vorschlägen ausgewählt. In ihrem Stück »Spiel des Lebens« zeigen Schülerinnen und Schüler aus dem 12. Jahrgang ihre, unter Leitung von Peter Schilffarth entstandene, Interpretation von Goethes »Faust I«, in der die Tragödie stark gekürzt, modern, ganz persönlich und mit viel Humor in Szene gesetzt wird.
Auf einfach gestaltetem Bühnenbild aus in unterschiedlichen Farben angestrahlter Rückwand, einer Rampe und schwarzen Papiertüten, die immer wieder im Stück auftauchen, agieren die Spieler sicher, fokussiert und haben sichtlich Spaß.
Der Text wird, trotz der ungewohnten Sprache, sicher und sehr deutlich gesprochen, oft wird er mit modernen Formulierungen ergänzt. Im Arbeitsprozess bearbeiteten die Schüler die Szenen gruppenweise und konzentrierten sich auf die Aspekte, die sie selbst interessant finden.
Die Inszenierung der Tragödie bedient sich zwar einiger Klischees und flacher Witze, überzeugt aber durch Authentizität und Spielfreude der Schüler.
Die Handlung wird stellenweise durch selbst gespielte Hintergrundmusik begleitet und der Raum bis über die Grenzen der Bühne hinaus ausgenutzt. Die Zuschauerreihen im Parkett werden ebenso bespielt wie die Seiten des ersten Rangs.
Die drei Hauptrollen, Gretchen, Faust und Mephisto, werden jeweils von drei Spielern verkörpert, so werden durch die unterschiedlichen Spielweisen verschiedene Facetten der Figuren aufgezeigt. Außerdem wird das Herausstellen einzelner Schüler vermieden und das Stück von der ganzen Gruppe zu gleichen Teilen getragen.
Um das Stück leichter verständlich zu machen, wurde die Rolle des Hans Wurst, die aus dem von Goethe verfassten Puppentheater »Faust« entnommen wurde, eingesetzt. Ebenfalls von zwei Schülerinnen verkörpert, kommentiert und erklärt Hans Wurst Szenen und Vorgänge und führt als Vermittler zwischen Spielern und Publikum humorvoll durch den Abend. Ein Konzept, das aufgeht. Das Publikum ist aufmerksam und gespannt, lacht viel, applaudiert und jubelt.
Von Berit Wilschnack

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