»SeelenSCHACH«

Den eigenen Weg finden
Unsere heutige Welt zeichnet sich durch unzählige Wege, Möglichkeiten und Auswahloptionen aus. Auch bei Trauer- und Schmerzbewältigung hat der Einzelne verschiedene Mittel, Ventile und Gefühle, seinen Seelenschmerz zu überwinden. Vier Umgangsmöglichkeiten bei Lebenskrisen zeigte der 12er-Kurs der IGS Querum Braunschweig, am Ende wollten sie dann aber in ihrem Stück „Seelenschach“ kein Richtig oder Falsch vorgegeben, sondern die Message vermitteln, dass jeder für sich seinen Weg finden muss, um wieder glücklich zu werden.
Leo, ein 18-jähriger Schüler, erleidet einen Schicksalsschlag und wird am Anfang des Stückes mit den altbewährten Sinnfragen des Lebens konfrontiert. Die glaubhaft dargestellten Antworten wurden teilweise aus autobiographischen Zeugnissen der Schüler entnommen und durch gelungenen Licht- und Musikeinsatz beeindruckend präsentiert. Nach und nach tauchen für Leo dann Möglichkeiten auf, wie er mit seinem Problem fertig werden könnte. Diese Optionen heben sich durch vier verschiedene Kleidungsfarben der Schauspieler auf der Bühne voneinander ab und auch Leo schlüpft in diese T-Shirt-Farben, wenn er in die jeweilige Emotion verfällt. Zuerst packt ihn die graue Traurigkeit, die dann im Laufe des Stückes abwechselnd verdrängt wird, zuerst von der gelben, überschwänglich guten Laune, die immer wieder über die Bühne wirbelt, später von der roten Wut und vom violetten Rausch mit Zigarette und hohen Schuhen. Wobei sich die Emotionen untereinander immer wieder Kämpfe auf einem durch fünf weiße Matten gekennzeichneten Schachfeld liefern, um das vorherrschende Gefühl in Leos Kopf und über seinen Körper zu übernehmen. Er geht nun in die Disko, lacht und tanzt mit den anderen zu lauter, motivierender Musik, um am Ende wieder festzustellen, dass er so seine Trauer nicht überwinden wird. Er wird wütend und anderen gegenüber aggressiv, beschimpft und rastet in einer Nachhilfestunde aus, auch die violette Sucht übermannt ihn mit roten Pillen, er nimmt diese Drogen und nimmt mit seinen Schauspielkollegen zugedröhnt an einer skurrilen Szene teil, um immer wieder neu zu begreifen, dass er sich damit nicht erlösen kann.
Übrig bleibt die Frage, was der Mensch braucht und alle Schauspieler stellen ihre Ideen, wahrscheinlich alle durch einen biographischen Schreib- oder Reflexionsprozess entstanden, nacheinander auf der Bühne vor, einige verreisen, andere hören Musik oder schlafen. Sicher alles gute Ansatzpunkte, aber Leo muss am Ende seinen eigenen Weg finden.
Von Heidi Henschel

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