»Locked in«

Eingesperrt im eigenen Körper
Der DSP-Kurs des Ratsgymnasiums aus Wolfsburg setzte sich mit dem Locked-in-Syndrom forschend und vor allem theatral auseinander
Was passiert mit mir, wenn ich einen Unfall hatte und beispielsweise im Koma liege? Wenn mein Körper mir plötzlich nicht mehr gehorcht und ich mit meinen Liebsten nicht mehr sprechen kann? Oder andersherum: wie gehe ich damit um, wenn einer mir wichtigen Person etwas Derartiges geschieht? Zuerst ist dort einmal der Schmerz über diese Situation, dann kommt aber auch die Hoffnung, dass alles wieder gut wird.
In dem selbstverfassten Stück „Locked in“, inszeniert vom DSP-Kurs des Ratsgymnasiums aus Wolfsburg, setzte sich die Gruppe im Sinne des „forschenden Theaters“ mit diesen Fragen auseinander. - Tom hatte einen Verkehrsunfall und ist nun „locked in“, gefangen im eigenen Körper, d.h. er kann alles um sich herum wahrnehmen, sein Körper kann aber keine Reaktionen zeigen. Zunächst kümmern sich seine Angehörigen rührend um ihn, doch langsam nehmen die Besuche ab. Auch seine geliebte Freundin Laura gesteht, dass sie sich eigentlich trennen wollten. Glücklicherweise bessert sich Toms Zustand letztendlich und er wird wieder gesund.
Der DSP-Kurs erarbeitete sich das Stück in Kleingruppen und die beiden leitenden Lehrer ließen den Ideen der Schüler viel Raum. So entstand ein Stück mit vielen interessanten Ideen, wie z.B. dem Figurensplitting der Figur Tom, der in seinen z.T. auch weiblichen Facetten sehr authentisch dargestellt wurde, oder einer Erzählerfigur, welche „die Fäden in der Hand behielt“ und die Handlung nach Belieben steuern konnte. Die Bühne wurde von einem reduziert dargestellten Bett dominiert, in dem immer eine der Tom-Figuren lag. Als Tom langsam weniger Besuche erhielt, wurde auch das Bett an die Seite geschoben; ein einleuchtendes Bild. Generell wurde viel Wert auf die Komposition gelegt, sodass viele ästhetische Bühnensituationen entstanden und der Raum gut genutzt wurde. Von den ca. 20 Schauspielern waren fast immer mindestens 10 auf der Bühne.
Beim Publikum kam das Stück gut an, auch wenn das Happy End nicht ganz so gut motiviert war. Das Stück überzeugt besonders durch seine Komposition, Spielfreude und Liebe zum Detail. Die geopferten Wochenenden waren gut investiert!
Von Saskia Pinedo Saboya

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