»SeelenSCHACH«

Finde deinen eigenen Weg
Der DS-Kurs 12 der IGS Querum zeigt ein Stück, das die Selbstfindung Jugendlicher problematisiert.
20 junge Menschen stehen in Reihen auf der Bühne. Alle sind schwarz-weiß gekleidet. Am Bühnenboden ist ein Schachbrett stilisiert dargestellt. Sinnfragen werden eingelesen: Bist du zufrieden? Glaubst du an Gott? Hast du schon Erfahrungen mit Tod und Sterben gemacht? Wie in einer Umfrage drücken die Schüler/innen ihre Antworten dazu aus und stellen diese gestisch und mimisch dar. Dann wird es dunkel - hast du schon mal an Selbstmord gedacht? Der Lichtfokus wird auf einen jungen Mann gerichtet: Leon wird von nun an seinen Weg suchen, seinen Weg in einem Wirrwarr von Emotionen.
Auf diesem Weg bietet das Schachbrett auf dem Bühnenboden interessante Spielvarianten. Hier treffen sich die Spieler/innen, dahinter verstecken sie sich, sie bauen es ab und auf. Am Ende liegen alle Felder aufeinander und stellen eine Art Müllhaufen abgeworfener Konventionen dar. Die sehr gezielt eingesetzten Requisiten und Kleidungsstücke werden hierauf geworfen. Die meisten Spieler/innen stehen quasi entblößt mit ihren Emotionen und ihrem Umgang damit auf der Bühne. Im Gegensatz zum Anfangsbild finden sie aber Berührungspunkte und nehmen Bezug zueinander. Die Vereinzelung ist durchbrochen. Jeder findet seinen Weg und weiß dennoch, dass die anderen da sind, jeder mit seinen individuellen Eigenarten und Eigenschaften. Es gelingt der Theatergruppe der IGS Querum gut, diese Botschaft zu vermitteln.
Interessant an dieser Inszenierung ist der Einsatz der Farbsymbolik, die die Emotionen, die Leon auf seinem Weg durchlebt, unterstützt. Gelb, Rot, Lila und Grau stehen für Lebensfreude, Aggression, Euphorie und Einsamkeit. Die Gruppe zeigt auf, was diese Gefühle für Menschen bedeuten können bzw. mit sich bringen können. Sie verzweifeln fast daran; sie funktionieren im Alltag, egal, was sie erleben; sie beschäftigen sich mit sich, ohne den Blick für das Gegenüber; sie geben sich der Lebensfreude hin; sie erleben eine nicht immer menschenfreundliche Gesellschaft. Mit immer wieder neuen darstellerischen Ideen setzen die Schüler/innen dieses ausdrucksstark um. Musik und Licht unterstützen dabei die Stimmung sehr gekonnt.
Eineinhalb Jahre hat die DS-Gruppe an dieser Inszenierung mit Unterstützung der Lehrkraft Dorothee Horsch gearbeitet. Man spürt als Zuschauer, dass hierbei auch eigene biographische Elemente der Schüler/innen eingeflossen sind. Gerade diese sind es, die dem Stück eine Tiefe geben und dem Zuschauer den Eindruck vermitteln, dass hier sehr authentische Inhalte dargestellt werden. Insgesamt also eine gelungene Inszenierung und dementsprechend begeisterter Applaus des Publikums.
Von Michaela Reuther

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