»Schuld ist Zufall«

Im Paradoxen erscheint die Wirklichkeit
Der Darstellende Spiel-Kurs des Gymnasiums im Schloss Wolfenbüttel zeigt groteskes Figurentheater mit einigen Besonderheiten. Das Stück des 11.Jahrgangs „Schuld ist Zufall“ unter der Leitung von Jürgen Hellert ist eine bunte Werkmontage des Schweizer Dramatikers Friedrich Dürrenmatt. Im Fokus: Die Physiker und die Frage nach der Schuld. Surrealer Technobeat, Masken und marionettenhafte Eigenheiten. Wir befinden uns in einem Sanatorium, besser ausgedrückt – in einer Irrenanstalt. Die Patienten, weiß geschminkt und in grotesker Ausstaffierung (Bademäntel und tote Füchse!), sind unterschiedlicher Herkunft, entspringen aber alle Dürrenmatts Feder. Anhand des literarischen Zitats als Bauprinzip, treten die Figuren in Beziehung zu einander, lieben, trachten und morden über ihre Stückgrenzen hinaus: Alltag in der Irrenanstalt - in der sich alles um die tägliche Ausgabe der Tablettenration dreht. Die zugrunde liegende rollenbiographische Auseinandersetzung ist deutlich spürbar, allerdings wird darüber die Frage nach der Schuld gesellschaftlicher Probleme, und damit das Hauptanliegen Dürrenmatts, ein wenig zu oberflächlich behandelt.
Die grotesk-paradoxen Motive der Vorlage wurden originell verarbeitet und durch den internen Bezug raffiniert fortgesetzt, auf den doppelten Bühnentod hätte allerdings verzichtet werden können. Auch der Bezug der SpielerInnen zur Thematik, das Warum, wurde im Nachgespräch nicht richtig deutlich. Aber vielleicht muss es das auch nicht. Um es mit Dürrenmatt auszudrücken: „Ein Drama über die Physiker muss paradox sein.“.
Von Merle Janßen

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