»Alice im Anderland«

Im Wunderland brennt es
Am letzten Tag der Schultheaterwoche präsentierte die Theater-AG 7.-9. Klasse der Emil Langen Realschule unter Leitung von Jannis Mouratidis das absurde Stück „Alice im Anderland“ von Stefan Altherr im Haus Drei. Die sieben Schülerinnen und Schüler haben eine souveräne Leistung erbracht. Zu Beginn saß Alice, Patientin einer Nervenklinik, bei dämmrigem Licht in sich gekehrt vorne auf der Bühne und einige Töne spielten im Hintergrund. Damit wurde der Zuschauer aus seinem Alltag geholt, seine Neugier wurde geweckt und es war ihm möglich Interpretationen anzustellen: Dieser Gruppe ist der Auftakt gelungen. Des Weiteren ist der Einsatz von Lichteffekten gelungen, jedoch ist ihr zu raten, in einem Raum wie dem Haus 3 nicht allzu oft das gesamte Licht auszuschalten, weil das für Zuschauer anstrengend werden kann und bei jungem Publikum für Gesprächsrunden sorgt. Durch das ganze Stück hindurch war eine konstant zufrieden stellende Leistung zu beobachten, jedoch fehlten dieser Inszenierung einige herausragende Momente und Elemente. Gezeigt wurde Sprechtheater und die Spielerinnen und Spieler waren immer verständlich, mit einer stärkeren Akzentuierung der Worte könnte man jedoch beim nächsten Mal eine noch bessere Wirkung erzielen. Grundsätzlich lässt sich eher ein einfacher Umgang mit Requisiten und Bühnenbild beobachten, jedoch war er gut eingesetzt. Vermisst habe ich den persönlichen Stempel dieser Gruppe in dem Stück. Wenn die Gruppe also zusätzlich zum Sprechtheater noch andere Elemente wie chorisches Sprechen, tänzerische und pantomimische Elemente einbauen, evtl. eigene Ideen, Erfahrungen und Konzepte mit einbringen und stärker mit z. B. Stimme, Kostüm, Requisiten und Raum umgehen würde, ist es ihnen bestimmt möglich, die nächsten Inszenierungen erfolgreicher zu gestalten. Zum Schluss stand Alice wieder alleine vorne und hielt eine angeschaltete LED-Kerze in der Hand. Der Rest des Raums war dunkel und Alice spielte mit dem Gedanken die Klinik in Brand zu stecken. Ein wunderbar gruseliger und gelungener Abschluss. Im Nachgespräch wurde klar, dass das Spielen den Schülerinnen und Schülern großen Spaß bereitet hat. In Anlehnung an diesen Spaßfaktor möchte ich ihnen nahe legen weiter Theater zu spielen und den Spaß nicht aus den Augen zu verlieren.
Von Enes Bicak

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