»Jeder muss mal aufs Klo«

Sternstunden einer Klopapierrolle
Ägyptische Klänge, das totale Klopapierchaos, und im Discolicht wild tanzende Schüler... Wie das zusammenpasst, zeigen uns die 10 Spieler der Theater-Ag der 5. und 6. Klasse des Wilhelm Gymnasiums Braunschweig. In ihrem selbstverfassten Stück bekommt der Zuschauer Einblicke in die mysteriöse Welt der Ägypter mit ihren Herrschern und Ritualen. Manche dieser Einblicke sind jedoch tiefer als man es vielleicht gewohnt ist. Wie Tutanchamun, Kleopatra und Co. ihr Geschäft erledigen so etwas hat man sich vorher wohl noch nie vorgestellt. Auf der Bühne wird ein menschliches Klo gebaut, was an einen pompösen Thron erinnert. Drumherum stehen Gehilfen mit imaginären Palmwedeln. Was für ein Luxus! Doch hatten die Ägypter eigentlich schon Klopapier? Nachdem man dieses Stück gesehen hat, könnte man fast denken, man habe damals in Pyramiden aus Klopapier gewohnt, so viel wie am Ende davon auf der Bühne des Kleinen Hauses verteilt lag. Nie hatte Klopapier wahrscheinlich so einen große Auftritt und so viele Funktionen gleichzeitig: Meterlanges Fernrohr, Leuchtturm, Laufsteg, Badewanne, Sessel, Säule, Wellen, Mumifizierungmaterial... Dass es den Schülern der Theater-Ag an Fantasie nicht mangelt, haben sie wohl endgültig unter Beweis gestellt. Nicht nur fantasiereich, vor allen Dingen der Humor der Spieler war nicht zu übersehen und -hören. Besonders viele Lacher erntete die dramatische Lippensynchronisation einer Schülerin zu ägyptischer Trauermusik, sowie Dialoge wie: "Wohin gehtst du?" - "Ich? Geh kacken!" oder das wohl brutalste Duell zwischen Männern, die sich aneinender rächen wollen: Ein Sching Schang Schong Spiel! Highlight war jedoch Moses, der mit Besenstil in der Hand symbolisch die Gruppe gewaltlos auseinanderreißt um auf die andere Seite des Meeres zu gelangen, denn dort wartet die Erlösung: Eine Toilette!
Dass die Erarbeitung dieses Stücks unter der Leitung von Matthias Wybranietz viel Spaß gemacht haben muss, merkte man den Spielern an. Auch das Interesse am Thema Ägypten wurde durch die vielen recherchierten geschichtlichen Fakten und Diskussionen auf der Bühne deutlich. Nicht ganz klar war, was die Indianer auf einmal in dem Stück zu suchen hatten. Bei so vielen tollen Ideen kann man schon mal ein bisschen den Faden verlieren... Aber was soll's: Junge, kreative Köpfe sind wohl unberechenbar!
Dass an einigen Stellen der Spielfluss etwas ins Stocken geriet, nahm den Schülern wohl kaum jemand übel. Grade die einfallsreiche Applausordnung setzte dem Stück die Krone auf und gab nicht nur dem persönlichen Fanblock im Publikum Anlass, den Spielern den verdienten Beifall zu klatschen.
Von Eileen Winkler

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