»Kiss. Sie küssen so mit Kunst.«

Und Liebe wagt, was irgend Liebe kann
Frei nach Shakespeares Klassiker Romeo und Julia ist dem 8.-11. Jahrgang der Theater- und Rock-AG des Gymnasiums Gaußschule Braunschweig eine bemerkenswerte Inszenierung gelungen.
Was will Julia? Da ist Paris, aber ach! – Romeo, keiner küsst wie er. Das selbstverfasste Stück „Kiss. Sie küssen so mit Kunst.“ greift Motive der literarischen Vorlage auf und entwickelt einen modernen Zugang anhand einer eigenen Ästhetik. Im Fokus der Inszenierung unter der Leitung von Anja Lenz stehen Emotionen: natürlich Liebe, aber auch Eifersucht, Unsicherheit, bis hin zu Konfrontation und Hass prägen das Spiel. Maßgeblich wird diese charakteristische Antithetik über die choreografisch-musikalischen Elemente transportiert, so zeigt das Ensemble zum Beispiel in Kampfszenen zwischen Capulets und Montagues eine erstaunliche tänzerische Dynamik, die zur Verdichtung der Motive beiträgt.
Das Bühnenbild ist minimalistisch gehalten, alles funktioniert über die Spieler, die je in schwarz und weiß gekleidet und dank optimaler Raumnutzung, ihre Zugehörigkeiten verdeutlichen. Mit insgesamt drei Romeos und neun Julias gewinnt das Stück an Lebendigkeit, verstärkt die Vielschichtigkeit der Figuren. „Eine feste Rollenverteilung war nicht gewollt, durch die chorische Darstellungsweise können Gedanken und Konflikte viel besser dargestellt werden!“, verrät eine Spielerin im Nachgespräch. Getragen vom chorischen Erzählen, ist das Stück mit dialogischen Einzelszenen angereichert, die dem Shakespeare'schen Original entlehnt sind.
Ein weiterer Höhepunkt ist die Liveband, zusammengesetzt aus Mitgliedern der Rock-AG, die das Stück mit thematisch passenden Songs bereichern und gerne öfters hätten eingebunden werden können.
Insgesamt hat die 12-köpfige Gruppe samt Band eine unterhaltsame Inszenierung mit konstanter Bühnenpräsenz aller Beteiligten geboten. Die enorme Spielfreude und die Affinität der Darsteller zur Thematik wurde nicht zuletzt im Nachgespräch deutlich: die souveränen Antworten zeugen von einer intensiven Auseinandersetzung und runden schlussendlich das stimmige Gesamtkonzept ab.
Von Merle Janßen

Kommentare

06.07.2015 14:40 Sybille Reitz
Leider konnte ich das Stück nicht sehen, da ich mich zu spät um Karten gekümmert habe und die Vorstellung seit einiger Zeit ausverkauft war. Der Bericht von Frau Janßen zeugt aber von einer unterhaltsamen und intelligenten, somit erfolgreichen Aufführung. Interessant fand ich auch den Nachsatz, dass die souveränen Antworten von einer intensiven Auseinandersetzung zeugen, was sich auch durch das Zitat einer Spielerin "„Eine feste Rollenverteilung war nicht gewollt, durch die chorische Darstellungsweise können Gedanken und Konflikte viel besser dargestellt werden!“, verrät eine Spielerin im Nachgespräch" bestätigt. Da kann man nur der Leiterin der Theater- und Rock-AG gratulieren, die offensichtlich über das Medium Theater die Kreativität und Intellekt von Schülern und Schülerinnen erfolgreich gefördert hat. Chapeau!

Kommentieren

Die Kommentar-Funktion wurde wegen Spam-Missbrauch deaktiviert.

Fotos zu den Stücken

Sie haben ein Foto zu »Ihrem« Stück? Wir fügen es gerne der Beschreibung hinzu! Bitte schicken Sie es an .

Mehr Termine...

Schultheaterkalender ...finden Sie auf dem Schultheater- kalender. Spielleiter können dort weitere Aufführungstermine unkompliziert bekannt machen!

Archiv