»SeelenSCHACH«

Vom Mut, ICH zu sein
Das Stück `SeelenSCHACH´ des Kurses Darstellendes Spiel des 12.Jahrgangs der IGS Querum unter der Spielleitung von Dorothee Horsch beschäftigte sich in diesem selbst geschriebenen Stück eindrucksvoll mit dem Umgang unterschiedlicher Gefühle und dem Prozess, einen individuellen Zugang und - letztendlich auch einen Weg zu sich selbst - zu finden.
Die zentrale Figur, Leo, depressiv am Anfang, mutiger und selbstbewusster am Ende, durchläuft im Laufe des Stückes verschiedene Gefühlszustände, die – überzeugend (zum Teil etwas zu überzeichnet) personifiziert dargestellt durch Mitspielerinnen und -spieler - ihn mitreißen (Lebensfreude), anstacheln (Aggression), betäuben (Euphorie) und verzweifeln (Einsamkeit) lassen.
Die Eingangsszene – alle Akteure stehen eingefroren und gleichmäßig verteilt auf der Bühne – macht die Zuschauer neugierig, die Spannung wird eindrucksvoll durch den Einsatz von Licht (Spots auf einige Spielerinnen und Spieler) und konkrete, tiefgehende Fragen verstärkt: „Bist du mit deinem Leben zufrieden?“, „Glaubst du an Gott?“, „Hattest du schon einmal Suizidgedanken?“ Mit diesen und noch weiteren existentiellen Fragen wird der Zuschauer gleich zu Beginn emotional getroffen und aufgefordert, sich auf die Thematik des Stückes einzulassen.
Im Folgenden werden geschickt dramaturgische Elemente eingesetzt (Leo als durchgehender Handlungsträger, Mitspielerinnen und -mitspieler als Darsteller der vier unterschiedlichen Gefühle, welche durch eine Farbzuordnung in der Kleidung (rot, gelb, lila, grau) unterstützt wird, überdimensional große Schachbrettquadrate, die - teilweise recht sparsam – als Requisiten genutzt werden, ausgewogenes Verhältnis von gesprochenem Text und Bild), um die unterschiedlichen Gefühle und – letztendlich Leos Umgang damit und seine Suche auf dem Weg zu der Frage: WER BIN ICH? WAS WILL ICH? darzustellen.
Die Übergänge der einzelnen Szenen erfolgen schnell und wirken – Musikeinsätze und -wechsel unterstreichen dies - hastig, zum Teil für den Zuschauer zu schnell und nicht fließend. Ob beabsichtigt (entspricht das nicht auch der `Eigendynamik´ von Gefühlen und ihren Wechseln?) oder nicht (die Gruppe hat ihre vielen Ideen im Stück unterbringen wollen und `hintereinander gesetzt´) wäre im anschließenden Nachgespräch eine interessante Frage gewesen... .
Die stärkste Wirkung zeigte die Abschlussszene des insgesamt nur 27 Minuten dauernden Stückes, in der die Authenzität und Schülerorientierung der Inszenierung noch einmal sehr deutlich wurde: Alle Spielerinnen und Spieler gaben zu den vier verschiedenen Gefühlen individuelle `statements´ ab („wenn ich einsam bin, dann ziehe ich mich zurück“; „wenn ich wütend bin, dann haue ich gegen die Wand“,...).
Mit Leos Schlussaussage – „wenn ich traurig bin, dann find´ ich meinen eigenen Weg!“ wird für die eingangs dargestellte Depression ein `lösungsorientierter´ und optimistischer Ausweg aufgezeigt.
Die Spielerinnen und Spieler haben mit dieser Inszenierung dem Publikum eine sehr persönliche, mutige und intensive Auseinandersetzung im Umgang mit ihren eigenen Gefühlen gezeigt und wurden dafür und für ihre spielerischen Leistungen mit viel Applaus belohnt.
Von Cordula Bundschuh

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