»SeelenSCHACH«

Was ich brauche sind meine Freunde!
Wie gehe ich mit schwierigen Emotionen um? Der DS-Kurs 12 der IGS Querum Braunschweig hat mit 14 Schülerinnen und 6 Schülern ein Stück von ca. 25 Minuten Länge unter der Leitung von Dorothee Horsch erfolgreich auf die Bühne gebracht, ein Stück über den Umgang mit einem Schicksalsschlag.

Zu Beginn und am Ende antworten die Spieler in einem ausdrucksstarken Bühnenbild authentisch auf Fragen zur Lebenszufriedenheit, Suzid, Glaube, Umgang mit Emotionen.
Der Zuschauer ist mittendrin im schwierigen Thema.
Ein 18jähriger, sucht seinen Weg aus (Lebens-) Unzufriedenheit und Trauer. Farbig gekleidete, überzeugend gespielte „Seelen“-Figuren, ringen nacheinander um die Aufmerksamkeit der Leitfigur. Widerstrebende Anteile aus realer Welt und Seelenwelt werden nebeneinander gestellt und spannend miteinander verwoben. Einzel- und Gruppensequenzen mit Tanz, Choreographie und gut gewählter, passend eingespielter Musik wechseln sich ab. Es entstehen jede Menge Konflikte zwischen den Seelenanteilen und den Mitschülern/Freunden, die versuchen die Hauptperson zu erreichen, mit ihr umzugehen, sie für die reale Welt zu(rück zu) gewinnen.

Die Schüler lieferten spannende, ehrliche Antworten, mit viel Lebensbezug, auf die Frage, wie ein Jugendlicher mit Trauer umgehen kann und wie sie selbst damit umgehen.
Als die Figur sich abgrenzt und sagt: „Nein! Ich brauche keine Ruhe! Was ich brauche sind meine Freunde!“ durchzuckt es so manche Eltern. Zurück bleibt die mütterlich anmutende Trauer und summt „Hänschen klein…“.
Das Publikum will doch allzu gern erfahren, wer sich wo und wieviel selbst gespielt hat. Ob sie wirklich eine verführend, süchtig machende Partymaus ist? Überzeugend und mutig gespielt hat sie ihre Rolle. Drogen, Party, Ablenkung und Sucht als mögliche Antwort auf Trauer. Am Ende grenzt sich die Figur auch hier ab. Wacht auf und sucht neue Wege.
Die Schwierigkeit, einen Mitschüler aus seiner Lethargie zu reißen, und der verletzende Egoismus eines Trauernden, werden realistisch aufgezeigt.
Spielerisch und mit persönlichem Spaßfaktor auf der Bühne überzeugte vor allem die ausdrucksstarke Freude. Der volle Körpereinsatz dieses und anderer Schüler beeindruckte das Publikum. Vor allem als einige Spieler durch ihr Schuhwerk bedingt, ins Rutschen geraten.

Die Hauptfigur hatte die Löwenaufgabe zu stemmen, was er mit Bravour meisterte. Das ihm in einigen Emotionen noch ein wenig die Klarheit fehlte, war in der Aggressionsszene aber nicht mehr zu erkennen. Den Schulfrust, die Unzufriedenheit mit sinnlosen Aufgaben im Schülerdasein oder im Leben überhaupt konnte man gut nachvollziehen. Irritierend für den Zuschauer war vielleicht das Lachen der roten Seelenfiguren in dieser Szene.
Das chorische Sprechen mit Auf- und Abgängen gelang. Zu bemängeln wäre noch, dass einige Requisiten (Matten, Knieschoner) für die Zuschauer überflüssig schienen. Für die gebeutelten Spielerknie wahrscheinlich nicht…
Mit viel Einsatz und exakt gespielten Übergängen hat die Gruppe ein persönliches, emotionales und abwechslungsreiches Stück auf die Bühne gebracht. Die Spielfreude, der persönliche Lebensbezug und die Antworten zu einem schwierigen Thema, das die meisten Menschen meiden, beeindruckten das Publikum und stimmten nachdenklich.
Am Ende steht der Satz:„Wenn ich traurig bin, finde ich meinen eigenen Weg!“
Die im Stück gezeigten Wege haben mich beeindruckt und überzeugt. Danke dafür!
Von Julia Schallehn

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