»SeelenSCHACH«

Wird Leo das Seelenschach gewinnen?
Dieser Frage hat sich der Kurs Darstellendes Spiel des 12. Jahrgangs der IGS Querum unter der Leitung von Dorothee Horsch in seiner Inszenierung gewidmet. Leo, der Protagonist des selbst erarbeiteten Stückes, begegnet auf seinem Weg aus einer Depression verschiedenen Emotionen und Versuchungen, die auf unterschiedliche Weise auf ihn einwirken. Er gibt sich zunächst allem hin und probiert aus, um in seinem Schlusssatz festzustellen: Wenn ich traurig bin, suche ich meinen eigenen Weg!
Im Haus Drei stehen bereits alle Darstellerinnen und Darsteller im Freeze auf der Bühne, als die Zuschauer ihre Plätze einnehmen, eine erste Spannung wird aufgebaut. Diese wird verstärkt, als plötzlich rhythmische Musik ertönt und den Beginn des Stückes einläutet. Eine Stimme aus dem Off unterbricht die Musik und stellt an die schwarz – weiß gekleideten Schauspieler eine Frage, die diese rein gestisch beantworten. Hier zeigt die Gruppe ein vorbildliches Timing und Zusammenspiel auf der Bühne, da alle Gruppenmitglieder parallel agieren und mit ihrer persönlichen Geste der Stimme aus dem Off antworten. Ein Wechsel aus Musik, Frage und Antwort folgt, bis die eine wichtige Frage kommt, die zum Thema des Stückes überleitet: Hattest du schon mal Selbstmordgedanken? Das Licht geht aus und als Antwort auf die Frage leuchten vier Taschenlampen auf. Eine starke Einstiegsszene, die dem Zuschauer Lust auf Mehr macht.
Als das Licht wieder angeht, sitzt Leo allein und verzweifelt auf der Bühne. Im weiteren Verlauf begegnet er nun den personifizierten Gefühlszuständen, die das Menschsein ausmachen: Einsamkeit, Freude, Aggression und durch Sucht und Rausch erlebtes vermeintliches Glück. Alle buhlen um Leo und dieser lässt sich zunächst mitreißen und probiert alles aus, um schließlich nach jeder Begegnung festzustellen, dass er so nicht weiterkommt.
Ein System der Farben erschließt sich dem Zuschauer spätestens ab der dritten Szene, denn waren eingangs noch alle Schauspieler schwarz-weiß gekleidet, wird nun im weiteren Verlauf des Stückes jede Emotion durch eine Farbe symbolisiert und alle in der jeweiligen Szene agierenden Spieler tragen ein Accessoire in der entsprechenden Farbe.
In dem Stück ist jeder Emotion eine eigene Szene gewidmet, die von den Darstellern stark ausgespielt werden. Es gibt kein Bühnenbild und keine Requisiten, stattdessen werden tänzerische Elemente, Musik und Licht effektvoll eingesetzt und sorgen dafür, dass beim Zuschauer zu keiner Minute Langeweile aufkommt. Die Darsteller haben Lust am Spiel und zeigen eine starke Bühnenpräsenz. Insbesondere die surrealistischen Elemente der Rauschszene konnten überzeugen, ein großes Lob an die Schauspieler, die mutig genug waren, diesen Trip auszuspielen: Ein männlicher Ballett-Tänzer mit Tütü, ein abdrehender Schwertkämpfer sowie über die Bühne kriechende und rollende Phantasiewesen.
In der starken Schlussszene werden die farbigen Accessoires nach und nach von den Darstellern in der Mitte der Bühne abgelegt, ein „Berg der abgelegten Emotionen“ entsteht. Die nun wieder schwarz-weiß gekleideten Schauspieler geben dem Publikum einen Einblick in ihren individuellen Umgang mit Wut, Trauer, Glück und Einsamkeit. Am Ende dieser Szene entsteht so ein Standbild, welches Leo nachdenklich betrachtet. Er endet mit den Worten: Wenn ich traurig bin, suche ich meinen eigenen Weg!
Der Kreis ist geschlossen, der Trip durch die Emotionen beendet und die Gruppe wird mit langem und verdientem Applaus belohnt.
Von Claudia Roswora

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