»Locked in«

Wo ist Laura??
«Locked-in», d.h. bei vollem Bewusstsein in einem vollständig gelähmten Körper eingeschlossen zu sein - was dies für Patienten und ihr Umfeld bedeutet, machte der Kurs Darstellendes Spiel des 11. Jahrgangs des Rats-Gymnasiums Wolfsburg an diesem Abend im Kleinen Haus des Staatstheaters anschaulich und mit sehr viel Spielfreude deutlich.
Das im Rahmen des „forschenden Theaters“ entstandene, 40minütige Stück wurde von den Schülerinnen und Schülern selbst geschrieben. Dabei haben sie nicht nur einschlägige Fachliteratur gelesen, sondern auch vor Ort in Krankenhäusern recherchiert.
Das Stück zeigt mit allen Mitteln der «DSP-Kunst», was die Angehörigen eines Locked-in-Patienten durchleiden. Es wagt aber auch Hypothesen darüber, wie es denn wohl im Bewusstsein des Patienten selber aussehen könnte, der alles Geschehen um ihn herum mitbekommt, sich aber selbst nicht artikulieren kann.
Der Plot ist schnell erzählt: der Student Tom fällt nach einem Verkehrsunfall ins Koma und wacht daraus nicht mehr auf. Seine Freundin Laura, seine Eltern und die Clique wechseln sich an seinem Krankenbett ab. Schwankend zwischen Resignation und Hoffnung können sie nichts tun - außer da sein und warten. Und Tom selbst - von verschiedenen Schülern gespielt, was zunächst ein wenig verwirrt - erinnert sich an verschiedene Szenen seines Lebens.
Dass es dem Zuschauer bei so viel Warten, Verzweifeln, Erinnern und Hoffen nicht langweilig wurde, lag an der gekonnten Umsetzung und an der eindrucksvollen Spielweise der Gruppe, allen voran die Erzählerin. «Göttinnen-gleich» knipste sie per «Fingerschnipsen» Szenen an und aus, führte durch das Stück und hatte buchstäblich alle Fäden in der Hand. Elemente wie Chor, Freeze, Raumlauf usw., eine gute und abwechslungsreiche Bühnenaufteilung, Einsatz von Musik und Stimmen aus dem Off sorgten dafür, dass die Spannung erhalten blieb und viele Facetten der Frage „was wäre, wenn“ eindrucksvoll deutlich wurden. Gut gewählt waren auch die Kostüme in Weiß und Schwarz, sowie der sparsame Einsatz von Requisiten.
Die Darsteller überzeugten durch gute Intonation und klare Aussprache, Bühnenpräsenz und teilweise sehr überzeugend eingesetzte Mimik.
Und zum Schluss? Da erlöst der Kurs den Zuschauer durch ein «Happy End». Kräftiger Applaus.
Von Angelika Bethke

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