»Iss mich, trink mich«

Wunderland! Und dann??
Das haben sich die Schülerinnen und Schüler der kooperativen Theater-AG Heinrich-Büssing Schule/BBS5 auch gefragt. Das Stück „Iss mich, Trink mich“ wurde von zwei der elf Teilnehmer selbst verfasst. Die Gruppe hatte sich für eine zeitgenössische Inszenierung mit ihrem eigenen Stempel entschieden. Die Kostüme waren eher einfach, aber besser hätte man sie nicht wählen können: Ob nun Bademantel, Nachthemd oder Hosenträger, alles hatte eine Anlehnung an das Original ohne abgeguckt zu haben. Die Kostüme unterstrichen und unterstützten die Charaktereigenschaften der einzelnen Figuren. Darüber hinaus dienten einfache Umzugskartons als Allzweckrequisiten, ob nun als Hocker für den Sitzkreis, Tafel, Safe oder oder oder. Der Auftakt wurde mit einer netten Gesangseinlage der Grinsekatze gestaltet und der gut eingesetzte Nebel mit den richtigen Lichteffekten ließ die Bühne des LOT-Theaters gruselig wirken. Generell war im ganzen Stück ein guter Einsatz von Lichttechnik zu beobachten. Weiter ging es mit Alice, die versuchte, vor ihren beiden Ärzten zu fliehen, doch sie wurde wieder zurück in die Psychiatrie gebracht. Noch immer ließ die Grinsekatze Alice nicht in Ruhe, so musste Alice mit den anderen Wunderlandbewohnern /Patienten Rätsel lösen, Musik spielen, Auktionen bei Ebay gewinnen und sogar einen Safe knacken, um deren gestohlenes Eigentum zurückzuerlangen. Hier zeigte sich die Kreativität der Schüler: Eine immer wiederkehrende und schöne Szene war die, in der alle Patienten Schlange für ihre Medikamente standen. Manche nahmen die Pille einfach entgegen, andere wiederum bettelten förmlich darum und legten kleine Showeinlagen dafür hin, nur Alice sammelte ihre Pillen eifrig in ihrer Tasche. Am meisten erstaunte die Fähigkeit der Schüler ins Freeze zu gehen und das Freeze mehrere Minuten durchzuhalten. Nachdem augenscheinlich alles erledigt war lief Alice ein weiteres Mal weg und sagte der Grinsekatze den Kampf an, indem sie alle Pillen auf einmal nahm. Ob einer von beiden je wieder wach wird, bleibt der Fantasie des Zuschauers überlassen.
Zu bedauern ist die Tatsache, dass diese Gruppe nur auf der Ebene des Sprechtheaters geblieben ist und nicht darüber hinausgewachsen ist. Der Gruppe fehlten hervorstechende Elemente, welche dem Auftritt zu einem sehr guten Resultat verholfen hätten.
Solche Elemente könnten zum einen tänzerischer oder pantomimischer Natur sein. Eine andere Möglichkeit wäre chorisches Sprechen, abstrakte oder gar surreale Verhaltes- bzw. Bewegungsmuster, Variationen in Lautstärke oder auch mal emotionslos oder zu emotionsvoll zu spielen.
Ich bin mir sicher wenn diese Gruppe ein paar dieser oder auch anderer Mittel nutzt wird sie bei der nächsten Aufführung sehr erfolgreich sein.
Nichts desto trotz war der Applaus verdient und diese Gruppe sollte, sowohl auf ihre Textarbeit, als auch auf ihre darstellerischen Leistungen stolz sein.
Von Enes Bicak

Kommentieren

Die Kommentar-Funktion wurde wegen Spam-Missbrauch deaktiviert.

Fotos zu den Stücken

Sie haben ein Foto zu »Ihrem« Stück? Wir fügen es gerne der Beschreibung hinzu! Bitte schicken Sie es an .

Mehr Termine...

Schultheaterkalender ...finden Sie auf dem Schultheater- kalender. Spielleiter können dort weitere Aufführungstermine unkompliziert bekannt machen!

Archiv