»Krabat«

Zwischen Teufelswerk und wahrer Liebe
Großartiges Bühnenbild, hervorragende Kostüme und ganz viel Musical brachte die 8.Klasse der Freien Waldorfschule aus Göttingen mit „Krabat“ auf die Bühne. Die insgesamt 30 Mitwirkenden unter der Spielleitung von Slava Rozentuller erzählen die aufwändig inszenierte Geschichte des Waisenjungen Krabat, nach der Romanvorlage von Ottfried Preußler.
Krabat gerät als Lehrling in die Fänge des bösen Meisters, der ihn mittels dunkler Magie zu beeindrucken weiß. Er freundet sich mit seinen Gesellen an, doch immer nach Ablauf eines Jahres stirbt einer von ihnen auf mysteriöse Weise. Krabat aber durchschaut das Spiel: der schwarze Meister opfert seine Lehrlinge, bevor sie ihm gefährlich werden können. Der einzige Ausweg aus diesem Teufelskreis ist die Liebe. Dem Mädchen Kantorka gelingt es, Krabats Herz zu erobern und durchbricht so den dunklen Bann. Ende gut, alles gut - die Gesellen sind befreit, der böse Meister stirbt.
Die literarische Vorlage Preußlers wurde um selbstverfasste Dialoge und Musikstücke erweitert, die dem ganzen Treiben einen unterhaltsamen Musicalcharakter beibringen. Besonders hervorzuheben ist das aufwändige Bühnenbild, samt Gerüst, Podesten und stimmigen Lichtprojektionen und die detailverliebte Kostümierung, die dank Maskenbildnerin höchst professionell abgerundet wurde.
Die Präsenz in Spiel, Gesang und Tanz zeigt einmal mehr, wie lange die DarstellerInnen schon mit der Bühne vertraut sind - sie beherrschen das volle Repertoire, die lauten wie die leisen Töne. In einigen Szenen wurden Pathos und Theatralik zwar ein wenig überstrapaziert (z.B die unzähligen Liebesschwüre und dramatischen Todesfälle), was der Inszenierung aber keineswegs ihren Charme nehmen konnte. Wirklich desillusionierend war hingegen, dass man während der ganzen Aufführung über beobachten konnte, was neben und hinter der Bühne vor sich ging.
„Das Stück hat uns gefunden!“, meint ein Spieler auf die Frage nach den Hintergründen für diese Krabat-Adaption. Kurz und bündig: Es war Teil des Lehrplans, das Jugendbuch wurde im Unterricht gelesen und unter dem Einfluss der Lehrenden weiterentwickelt. Als Abschluss dieser großartigen Inszenierung bleibt nur noch zu überlegen, was wohl dabei herauskäme, wenn die SpielerInnen aus sich selbst heraus und frei von Unterrichtsinhalten, eine Thematik wählen könnten, die direkten Bezug auf ihr Leben nimmt.
Insgesamt präsentierte die Freie Waldorfschule aus Göttingen eine gelungene, runde Vorstellung - ein hervorragender Abschluss der 46. Schultheaterwoche von Braunschweig im Kleinen Haus.
Von Merle Janßen

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