Theater ist ein Übungsstück für den Ernstfall

Seit nunmehr 47 Jahren hält die Neugier aufs Theatermachen in der Braunschweiger Region unvermindert an. Ein wahres Wunder. Vor über 350 000 Zuschauern haben inzwischen ca. 65 000 Schülerinnen und Schüler ihre theatralen Aktivitäten erfolgreich auf den Bühnen umgesetzt. Alle haben dabei hautnah ihre Liebe zum Theater entdeckt. Ungebrochen auch die zuversichtliche Vorfreude vieler Schüler, die in großer Zahl in die Theaterarbeitsgemeinschaften bzw. Grundkurse der Schulen strömen, in denen Theater längst Schulfach geworden ist. Es ist daher auch wenig überraschend, dass in der hiesigen Region jährlich eine riesige Zahl von Schultheater-Inszenierungen entsteht, von denen in diesem Jahr 27 bei der Braunschweiger Schultheaterwoche angemeldet wurden.

Schultheater ist in seiner ganzen Unwägbarkeit stets ein künstlerisch-kreativer Versuchsballon, der durch überraschende Bruchlandungen jederzeit plötzlich platzen kann. Schultheater entsteht daher auch nicht durch engstirnig-beschränkte Buchweisheiten, sondern äußerst Lebendiges steht im Fokus – mit all seinen Gründen und Abgründen. Vielleicht ist Theater in der Schule gerade deshalb so trendy bei den Jugendlichen. Ensemblearbeit ist gefragt, denn Schultheater fordert kollektives Denken und gemeinsames Tun. Teamfähigkeit und damit Stärkung der Persönlichkeit sind quasi unterschwellig vorprogrammiert. Das wissen wir besonders nach den vielen Jahren positiver Erfahrung mit der Braunschweiger Schultheaterwoche. Der praktische Umgang mit Sprache, Bewegung und kreativ-bildnerischem Arbeiten auf der Schulbühne macht neugierig. Und das trotz starker Belastungen im schulischen Alltag. »Theater ist eben ein Übungsstück für den Ernstfall«, wie es Regisseur Peter Konwitschny mal passend zum Ausdruck gebracht hat.

Doch um das Festival jedes Jahr wieder mit dem gleichen Elan in Szene zu setzen, bedarf es jede Menge logistisches Denken und Organisation. Zu danken ist daher vor allem den Sponsoren Stadt Braunschweig und Land Niedersachsen. Außerdem in besonderem Maße dem Staatstheater Braunschweig für organisatorische Hilfe und die Spielortmöglichkeiten im Kleinen Haus und im Haus Drei. Der gleiche Dank geht an das LOT-Theater und die Brunsviga. Ein besonderer Dank gilt allerdings dem großartig funktionierenden Organisationsteam, das die teilnehmenden Gruppen Monate im Voraus fachlich berät. Ohne diese zumeist ehrenamtlich geleistete Tätigkeit wäre dieses älteste bundesrepublikanische Schultheaterfestival, an dem alle Schulformen teilnehmen können, gar nicht möglich.

Prof. Harald Hilpert

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