»Silent Scream - Geheime Schülerparty«

Alles nur Spaß!?
Ein Film im Theater, geht das? Es geht! Auf der Bühne von Haus Drei steht nichts außer einem Klavier. Der Musiker und sein Assistent treten auf. Der Saal wird dunkel. Am hinteren Bühnenrand beginnt ein Film zu laufen. Die Bühne wirkt ungewohnt leer. Man erwartet gleich Schauspieler auftreten zu sehen. Doch hier läuft eine Vorstellung der anderen Art. Der Film ist schwarz-weiß und stumm. Er zeigt eine leere Schule. Unheimliche Flure und Räume und ein Unheil verkündendes blubberndes Objekt. Titel. Die Schule belebt sich langsam wieder. Schüler treten auf, steigen Treppen hoch und müssen an zwei Türstehern vorbei. Dahinter erwartet sie die geheime Schülerparty ohne Lehrer. Schüler tanzen, knabbern und lachen. Die Stimmung ist auf dem Höhepunkt, als Lehrerfotos „verschönert“ werden. Während drinnen eine ausgelassene Stimmung herrscht, sehen wir Zuschauer das Unheil nahen. Zuerst sehen wir nur Füße. Doch an dem langsam schlurfenden Gang erkennen wir sie: Zombies! Es werden mehr und sie kommen näher, während die nichts ahnenden Schüler feiern.
Schon von Beginn des Films lässt uns die live gespielte Musik emotional in den Film eintauchen. Und sie nimmt uns immer mehr mit. Die Spannung steigt mit jeder Note und jedem Teil eines Zombies, der zu sehen ist. Die blutverschmierten Hände, die an die Scheibe schlagen. Die Fratzen, die langsam auftauchen. Der Musiker haut in die Tasten bis uns das Blut in den Adern gefriert.
Der Film überzeugt durch die wirkungsvoll ausgewählten Kameraeinstellungen und Perspektiven. Die Stummfilmästhetik lässt uns an Klassiker wie Nosferatu denken. Im langsamen Erzähltempo dieser Filmära wird ein Spannungsbogen aufgebaut. Als die Zombies auf die Schüler treffen gibt es einen Bruch. Das Erzähltempo ist plötzlich sehr hoch und lässt uns dadurch die Panik der Schüler mitfühlen. Rasante Kamerafahrten, der Einsatz von Actionkameras und schnell gesetzte Schnitte halten die Spannung bei uns Zuschauern ganz weit oben. Der zweite klug gesetzte Plotpoint lässt uns endlich aufatmen: Alles nur Spaß! Film und Musik klingen fröhlich aus. Wir sind froh alles heil überstanden zu haben. Doch da haben wir das blubbernde Objekt vom Filmanfang vergessen…
„Silent scream - geheime Schülerparty“ ist eine gemeinsame Produktion von Schülern und Lehrern der Kulturklasse 8.3 am Gymnasium Am Fredenberg Salzgitter. Ein besonderes Lob verdient der Live-Musiker: Er hat zwanzig Minuten Filmmusik selbst komponiert und uns mit seinem Spiel mitgerissen. Danke an die 8.3 und die Lehrer für dieses besondere Erlebnis.
Von Anja Flohé

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