»Hook it and fly - Die Rückkehr ins Nimmerland«

Nach Nimmerland zum Abhaken
Schülertheater im wahren Sinne des Wortes gab es am Freitagvormittag im Kleinen Haus zu sehen. Bei der Produktion der Musical-AG des THG Wolfenbüttel war alles fest in Schülerhänden: Verfassen einer Bühnenstory, Auswahl von Gesangsnummern bis hin zum Entwickeln und Einüben von Tanz- und Chorchoreographien. Und letztendlich Nimmerland in Eigenregie auf die Bühne zu zaubern.
Aber nicht nur deshalb ist diese AG eine besondere und seit 10 Jahren installierte Einrichtung – sie verbindet auch die künstlerischen Leistungen zahlreicher Schülerinnen und Schüler aller gymnasialen Jahrgangsstufen von 5-12. Die „Großen“ kümmern sich dabei um die Organisation und Leitung und die „Kleinen“ dürfen mit ihnen zusammen gefeierte Auftritte erleben.
Als Vorlage für die neueste Produktion galt der Steven-Spielberg-Spielfilm „Hook“ von 1991, eine Fortsetzung der legendären Kindergeschichte „Peter Pan“ von James Matthew Barrie über den Jungen, der nie erwachsen werden wollte und ein Leben als Anführer seiner „verlorenen Jungs“ im abenteuerlichen Nimmerland vorzog:
Der mittlerweile erwachsen gewordene Peter Pan wird von seinem alten Widersacher Käptn Hook zu einem finalen Kampf herausgefordert. Letzterer hat dazu Peters Kinder entführt, welcher nun erstmal nach Nimmerland zurückkehren und sich an die vergessenen Kindheitstage erinnern muss, um zu alten Stärken und Fähigkeiten zu finden und ein für allemal den Fall Hook abzuhaken und seine Kinder zu befreien.
Zu dieser Fortsetzungsstory wählten die Schülerinnen und Schüler sehr stimmig passende und bekannte Songs aus unterschiedlichen Musicals, Musicalfilmen und sogar den Charts aus und bereicherten diese in bester Musical-Manier.
Bei der Aufführung zeigten sie sich ganz besonders stark in den mehrstimmigen Background-Chorgesängen und zahlreichen abwechslungsreichen Tanzchoreographien. Hier waren stets alle rund 30 Akteure mit voller Energie und Freude bei der Sache. Da machte es auch nichts, dass die Solistinnen und Solisten in den wenigsten Fällen vollends die Töne trafen. Kleine Höhepunkte die Choreos und Songs „Wir sind Piraten“ und „Bin ich allein“, die besonders stimmungsvoll waren.
In den Spielszenen zeigten sich die jungen Darstellerinnen und Darsteller sprecherisch sehr deutlich mit einem Hang zum pathetischen Deklamieren, spielerisch eher zurückhaltend und weniger bewegungsfreudig als beim Tanzen.
Das Bühnenbild war passend schlicht gehalten, um vor allem rasch Platz für den Chor und die Tänze zu schaffen; so schlicht hätten auch die diversen Umbauten sein können, um das häufige Auf und Zu des Bühnenvorhangs zu vermeiden.
Mit zwei Stunden Spieldauer ist die Produktion leider deutlich zu lang geraten. Hier hätte man sich von dem ein oder anderen Song trennen („Kill your darlings“) oder Lieder kürzen können, besonders die Chart-Hits, bei denen die Tanzchoreo sowie die Stimmkraft der Solisten ohnehin nur bis zum zweiten Refrain gereicht hätten.
Vom Schreiben bis hin zur Produktion auf der Bühne eine wahrhafte Fleißarbeit aller Beteiligten unter der Leitung von Annalea Brüggemann, Jamie Söchtig, Lena Sartorius, Kim Lange Pauline Adam, Julia Schneider sowie Niklas Grein.
Insgesamt eine beeindruckende, jahrgangsübergreifende Ensembleleistung, die den freudigen Applaus redlich verdient hatte.
Von Matthias Geginat

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