»Star Wurst – unser Senf zur Trilogie«

Dramatisch, quatschig, gut…
Dass die dunkle Seite der Macht das Universum nicht allzu ernsthaft bedroht, wird dem Zuschauer bereits klar, als nach nur wenigen Minuten ein tanzender Darth Vader seinen ersten Auftritt zu AC/DC zelebriert. „Dramatisch, quatschig, gut…“ – so beschreibt die Kulturklasse des Gymnasium am Fredenberg aus Salzgitter ihre ganz eigene Star Wars-Adaption und trifft damit den Tenor dessen, was das Publikum in vierzig Minuten Spielzeit erwartet, recht passig.
Was zunächst klar als traditioneller Konflikt zwischen Gut und Böse herausgestellt wird, entwickelt sich im Verlauf des Stücks zu einem wirbelsturmartigen Sog aus Situationskomik, Musikfeuerwerken und tragender Choreographie. Die Konzeption des Stücks wirkt stimmig. In der zackigen Szenenabfolge und dem ständigen Wechsel von Dialogen, Tanzszenen und musikalisch unterlegtem Spiel gestaltet sich eine ganz eigene Stimmung, die es versteht, den Zuschauer in ihren Bann zu ziehen. Dass es der Star Wars-Adaption dabei noch mehr an Tiefgang fehlt als der Filmvorlage, ist ihr recht schnell zu verzeihen, da in jeder einzelnen Szene deutlich wird, dass die Darstellerinnen und Darsteller sich ihren Rollen mit Hingabe widmen. Das Ensemble ist gut eingespielt und verkauft die abstrakten Rollen in dem Maße als glaubwürdig, in dem sie es im Rahmen einer Persiflage sein können. Insbesondere Luke Skywalker fällt dem Zuschauer auf, wenn er Minenspiel und Tänzelbewegungen so überzeichnet, dass er zwar mitnichten heroisch, aber durchaus unterhaltsam wirkt. Dass die Schülerinnen und Schüler maßgeblich an der Entwicklung des Stücks beteiligt waren, wird nicht nur deutlich, wenn Skywalker Prinzession Leia „rattenscharf“ findet, sondern auch dann, wenn er den Imperator in der vorletzten Szene im „Posing Battle“ besiegt.
Die musikalische Untermalung der Szenen ist eins der tragendsten Gestaltungsmittel und liefert eine prägnante Kontrastierung von Gut und Böse, die auch dann ihre Wirkung erzielt, wenn noch gar nicht klar ist, welcher Part die Bühne als nächstes betreten wird. Der Chor, der durchgängig präsent ist und mal als Horde jubelnder Storm Trooper und mal als zwiegespaltenes Gewissen Lukes zum Einsatz kommt, bietet dem Zuschauer ebenfalls einen zuverlässigen Orientierungsrahmen beim Nachvollziehen der stellenweise stark entfremdeten Handlung. Das Bühnenbild wird bei aller Aktion beinahe zur Nebensache und ist entsprechend spartanisch; es bleibt aber durchaus zweckdienlich. Stilecht endet das Stück mit einer „heißen Party“, die natürlich auch der nicht verscheidende Luke Skywalker mitfeiern darf.
Die Party dürfte nach der Feedbackrunde, in der die Kulturklasse ausgiebig und unter anhaltendem Applaus für die Leichtigkeit und Stimmung der Persiflage gelobt wurde, weitergegangen sein.
Von Ines Bürvenich

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