»Mensch! Das sind Probleme!«

Mauer aus Körpern
Ungefähr 80 schwarz gekleidete Jugendliche bilden eine Mauer. Sie stehen in mehreren Reihen so dicht zusammen, dass die hinter ihnen hochspringenden restlichen Darstellenden keinen Weg finden, auf die andere Seite zu kommen. Es ist ein eindrucksvolles Bild, das diese Gruppe gefunden hat, um Abschottung zu thematisieren. „Es sind schon wieder 30 Flüchtling im Mittelmeer ertrunken“, sagt ein Mädchen irgendwann. Was in dieser Performance gesagt wird, klingt oft ein wenig nach Resignation, Schock oder Ohnmacht angesichts von Tatsachen wie dem Ertrinken an den Grenzen Europas, Brandrodung des Regenwalds oder hungernden Menschen.
Aber die Bilder, die diese Jugendlichen erschaffen, sind kraftvoll und sagen: Wir resignieren nicht, wir tun etwas, wir sagen, was uns stört. Das gut 30minütige Stück besteht aus einer Aneinanderreihung von Bildern über Probleme, die diese Gruppe mit unserer Gesellschaft hat: Zerstörung des Regenwalds für Palmfett in unserer Schokolade, Feindlichkeit gegenüber Geflüchteten;üchteten „die nehmen uns die Jobs weg“, Heteronormativität.
Besonders eindrucksvoll ist die Performance dann, wenn die ganze Gruppe beteiligt ist, als sie die Mauer bilden oder als sich alle im vorderen Teil der Bühne hinstellen und von ihren Ängsten erzählen. „Ich habe Angst vor Ausgrenzung“. „Ich habe Angst vor Donald Trump“. „Ich habe Angst davor, alleine zu sein“. In einigen Momenten stehen aber leider sehr viele Darstellende am Rand der Bühne und sind nicht am Geschehen beteiligt, sodass der Wunsch aufkommen konnte, mehr von allen, statt viel von wenigen zu sehen.
Von Marie Hewelt

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