»Alice«

Pappkartons im Wunderland
Breite, weiß-durchsichtige Vorhänge teilen die Bühne des LOT Theaters, dazwischen stehen Umzugskisten, die mal zum Kaninchentunnel, mal zu einem Tisch, mal zum Garten der Roten Königin werden. Zu Darth-Vader-Musik läuft diese auf der Bühne ein und verurteilt ihre Gärtner zum Tod „Nieder mit ihren Köpfen!“.
Es wird zu viel geredet in dieser Adaption von Lewis Carrolls Alice im Wunderland. Statt dem Surrealen, Wundersamen und Schrecklichen von Alice’s Erlebnissen nachzuspüren, ist diese Inszenierung eher eine Nacherzählung von Teilen des Romans. Einige bekannte Passagen, wie Alice’s schnelles Wachsen und Schrumpfen werden vorgelesen und gleichzeitig wird das Gelesene gespielt.
Am Ende stellen sich alle Darstellenden nebeneinander auf und erzählen, wie ihr eigenes Wunderland aussehen würde. Einigen scheint die Situation unangenehm zu sein. Dieser Eindruck entsteht auch schon vorher, als einige Schüler*innen vorlesen, wie sie sich beschreiben würden, oder wie andere sie beschreiben. Auch wenn es vom Wortlaut her um die Schüler*innen selbst zu gehen scheint, habe ich nicht das Gefühl, das Gelesene hätte irgendetwas mit ihnen persönlich zu tun, oder es wäre ihnen ein Anliegen, etwas von sich zu erzählen. Wir würden die Gedanken und Träume der Darstellenden gerne erfahren, aber wir erleben sie nicht. Das ist sehr schade. Denn eigentlich sollte es genau darum in der Arbeit mit Schüler*innen gehen, einen eigenen körperlichen und künstlerischen Ausdruck für Themen zu finden, die sie interessieren. Davon hätten sie an diesem Abend gerne noch mehr zeigen können.
Von Marie Hewelt

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