»Die Regentrude«

Regen - Donner - Blitz
Dienstag, 30.05.2017, 10.05 Uhr, Kleines Haus des Braunschweiger Staatstheaters: Der Himmel verdunkelt sich, es fängt an zu stürmen, zu donnern und zu blitzen. Ein heftiger Regenschauer setzt für kurze Zeit Straßen und Plätze unter Wasser. Realität oder Fiktion? Irgendwie beides! Nachdem die Zuschauer bei strahlendem Sonnenschein das Theater betreten haben, um die von dem Chor der Grundschule Adenbüttel aufgeführte Kinderoper „Die Regentrude“ (nach Motiven von Theodor Storm) zu besuchen, zieht draußen zügig das Unwetter auf.
Drinnen schläft die Regentrude wiederum noch und der Sommer ist so heiß wie noch nie. Die Felder bringen keine Ernte mehr und dann treibt auch noch ein koboldähnlicher Feuermann sein Unwesen. Sodann machen sich Stine und ihr Sohn Andres auf den Weg, um die Regentrude zu wecken. Gemeinsam mit der Tochter des Wiesenbauern finden sie sie und endlich fängt es wieder an zu regnen. Und weil das noch nicht schön genug ist, wird am Ende auch noch geheiratet.
Zwei Chöre stehen dabei durchgängig auf der Bühne und zeigen ein für Grundschüler erstaunliches Durchhaltevermögen. Immer wieder lösen sich Einzelspieler aus den Chören heraus und spielen kurze Szenen zwischen den Chorliedern, die die Handlung vorantreiben. Stimmig ist dabei auch die Idee, die Methode der Figurendopplung zu nutzen. So gibt es z.B. nicht nur einen Feuermann, sondern gleich drei, die die diabolische Wirkung des Charakters noch verstärken. Gesanglich anspruchsvolle Soloauftritte durchbrechen immer wieder die Chor- und Spielpassagen. Das alles in atmosphärischer Bauernhof-Kulisse, die ebenso wie die aufwendigen Kostüme der jungen Spielerinnen und Spieler bzw. des Chores mit viel Liebe zum Detail gestaltet wurden.
Und dennoch wünscht man sich manchmal, dass den über 40 Schülerinnen und Schülern auf der Bühne mehr Raum für körperliche Aktivität und Ausdruck geboten wird, ähnlich wie es bei den Zugaben gelingt. Bewegungschöre werden nur in Ansätzen genutzt, könnten bei intensiverem Einsatz aber dem Bewegungsdrang der Spielerinnen und Spieler entgegen kommen.
Dennoch: Wie schon in den letzten Jahren zeigt die Grundschule Adenbüttel bei der Schultheaterwoche eine musikalisch anspruchsvolle und mit Liebe produzierte Kinderoper. Dass am Ende draußen nicht die Sonne scheint, sondern große Regenpfützen zum Hineinspringen einladen, ist das schönste Kompliment, das die Gruppe bekommen kann.
Von Christian Krüger

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