»Star Wurst – unser Senf zur Trilogie«

Tighte Moves vom Badass in Black
„Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis….“ Wer sich auskennt, weiß, es sind die berühmten ersten Worte aus der bekanntesten Science-Fiction-Trilogie der Kinogeschichte. Doch so weit entfernt ist diese Galaxis gar nicht, sondern mitten auf dem Planeten Erde: nämlich im LOT-Theater Braunschweig, wo die 9. Klasse des Salzgitter Gymnasiums Am Fredenberg mit ihrer Persiflage „Star Wurst - unser Senf zur Trilogie“ den Saal zum Raumschiff auf einer Reise durch fantastische und skurrile Welten umfunktioniert hat. Es beginnt mit dem Einzug zweier Erzählerinnen, die gemeinsam ein Laserschwert tragen und die Vorgeschichte zur nun folgenden Bühnensaga erzählen. Eine Reminiszenz auf den bekannten durchlaufenden Textvorspann.
Nach dieser Einführung geht es richtig los: die Erzählerinnen verwandeln sich in die bösen Storm Trooper. Unterstützung eilt schnell herbei und nun steht dort eine geschlossene Storm Trooper Armee, die das Publikum das Fürchten lehren soll. Sie machen den Weg frei für den Badass des Universums: Darth Vader betritt als schlaksiger, zappelig daherkommender Jüngling den Kosmos und markiert den Herrn im Haus, als die ersten Riffe von AC/DC´s „Back in Black“ erklingen, rocken alle gemeinsam und haben Spaß daran, fies zu sein. Doch es gibt da jemanden, der das Böse aufhalten kann: Luke Skywalker ist dazu auserwählt, dem finsteren Treiben der dunklen Gestalten ein Ende zu bereiten. Doch so, wie er aussieht, scheint er dafür irgendwie nicht gemacht zu sein: er ist ein schlaksiger Brillenträger und kommt ganz cool daher, doch das kann nicht verbergen, dass er keine Ahnung hat, was auf ihn zukommt. Seine Schwester, Prinzessin Leia, gespielt von einem schlicht gekleideten Mädchen mit der typischen Zopfschneckenfrisur, ist verzweifelt angesichts ihrer Entführung durch die Storm Trooper und der Drohung, dass Darth Vader mit dem Todesstern den Planeten zerstören will. Sie erhofft sich Rettung durch den tapfersten aller Jedi-Ritter: „Obi Wan, hilf uns.“ Und er kommt tatsächlich: in Form eines Goldkettchen und Bademantel tragenden Proleten mit ergrauter Kopf- und Gesichtsbehaarung wirkt er eher so, als ob er gerade vom Bierholen am Kiosk kommt. Mit dem ihm eigenen Selbstbewusstsein ist er derjenige, der Luke auf seine wichtige Mission vorbereiten soll, welche lautet: den Todesstern zerstören, Prinzessin Leia retten und seinen Vater finden. Sogleich startet die knallharte Ausbildung zum Jedi-Krieger.
Unterstützt wird Obi-Wan durch den gerade eingeflogenen Han Solo, der ebenfalls ein Angeber-Typ aus dem Bilderbuch ist: mit Sonnenbrille und Lederjacke ist er der absolute Traum aller Raumfahrermädels, die dies lautstark zum Ausdruck bringen. Mit seiner Grußformel „Ich bin solo……… Han Solo“ verzückt er durch die kunstvoll gesetzt Pause die gesamte anwesende Trooper-Damenwelt. Genug geschwärmt, es geht ab ins Boxcamp: Luke wird zum Klang von „Eye of the Tiger“ gestählt und gedrillt und von Obi-Wan gezielt in die Kunst der „Macht“ eingewiesen. Doch der Jedi-Azubi muss noch viel lernen, denn er bricht unter der Last dieser „Macht“ zusammen, die Obi Wan mittels Gedankenübertragung weitergeben will. Trotzdem muss die Mission nun beginnen und so starten die drei Recken direkt durch ins Abenteuer, tapfer der Gefahr ins Auge sehend. Sie erleben auf ihrer Reise, dass die unsterbliche Liebe und der grausame Tod dicht beieinander liegen, denn die Romanze zwischen Leia und Han Solo wird jäh beendet, als der finstere Imperator auftaucht und seine Macht untermauert. Er tötet nacheinander seine gesamte, untreu gewordene Trooper-Armee, während der dunkle Maskenträger in hautengen Jeans wieder auftaucht. Dieser befördert Obi-Wan Kenobi durch sein Laserschwert ins Jenseits (obwohl er nur unglaublich günstige, 1,99 Euro bei Mäc Geiz dafür bezahlt hat) und entführt Han Solo in eine eisige Hölle, während die verzweifelte Leia allein mit ihrem Bruder Luke zurückgelassen wird. Nun ist es allein an ihm, die gefährliche Mission zu vollenden und so reist er über einen Abstecher bei Meister Yoda weiter durch die unendlichen Weiten der Galaxie, um Darth Vader endlich das Handwerk zu legen. Soweit ist noch einiges an die Originalvorlage angelehnt, welche bereits durch viele Spielereien der Schüler uminterpretiert wurde, die immer erfrischend wirken und den Zuschauer mit ihrem Tempo begeistern.
Von nun an weichen viele Handlungsstränge von der Vorlage ab und die ganze Kreativität und Experimentierfreude der toll zusammen agierenden Klasse bricht sich Bahn. Luke hat in der nächsten Szene einen Traum, der, ohne es zu ahnen, wegweisend sein wird, denn der Lord persönlich umsorgt ihn in übertrieben gut gelaunter Art wie ein liebevoller Vater. Der tapfere Sternenkrieger erkennt an späterer Stelle, als er und der Schwarzträger eine energiegeladene Dancebattle gegeneinander ausfechten, dass sein Vater ausgerechnet dieser aufgedrehte Dancefloorabräumer ist, der zum Abzappeln lieber seine Maske ablegt. Die Ähnlichkeit ihrer „Moves“ führt zur alles entscheidenden Folgerung, dass sie blutsverwandt sind. Nachdem ihn diese Erkenntnis in tiefe Schockstarre geführt hat, entscheidet er sich mutig, den Kampf gegen seinen Erzeuger erneut aufzunehmen. Beide treffen wieder aufeinander und belauern sich wie Revolverhelden, während die unheilbringende Mundharmonika aus „Spiel mir das Lied vom Tod“ erklingt. Doch Vater und Sohn schließen sich plötzlich zusammen, als Luke in einem an Hochspannung nicht zu überbietenden Posingbattle dem eingetroffenen Imperator den Rest gibt. Und nun: Love, Peace, Happiness zu „Father and Son“. Ende gut, alles gut? Nicht ganz, denn der Imperator erhebt sich zum letzten Mal und tötet den schwarzen Schlaks. Lukes Verzweiflung lässt Obi-Wan aus dem Jenseits zurückkehren und erinnert ihn an die „Macht“, die ihm endlich die Kraft gibt, den Feind aus dem Weg zu räumen. Nachdem auch endlich Han Solo befreit wurde, fehlt zum Glück aller nur noch eins: eine „heiße Party“, um den eingefrorenen Mr. Loverboy wieder aufzutauen. Und schon feiert das ganze Raumschiff und Publikumsbesatzung eine ausgelassene Versöhnung bei natürlich „heißen Moves“. Eine grandios dargebotene Odyssee durch den Weltraum mit toller Musik und gut gelaunten Raumfahrern geht zu Ende. Doch warum hat man Darth Vader nicht sterben lassen? Klare Anwort der ganzen Klasse: „So ne coole Socke musste überleben.“
Fazit: „Mission accomplished“.
Von Carolin Orthofer

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