»Kann ich nicht mal (nicht) ich sein?«

Wer bin ich?
Ein in Teilen skurriles, methodisch überladenes Potpourri des „welche Methoden sind im Darstellenden Spiel möglich“, auf Basis einer grundlegend spannenden und vollkommen altersgerechten Frage.

Zwei junge Herren stehen der weiblichen Dominanz ebenbürtig gegenüber. Masken dienen zum Rollenwechsel, welcher mühelos gelingt und den Zuschauer in die jeweils neue Szene eintauchen lässt. Wenige Accessoires und Requisiten genügen zur Kennzeichnung der einzelnen Handlungsorte und Szenen. Zielsicher dienen diese zur Unterstützung insgesamt sehr markanter Bühnenbilder. So wird die innere Zerrissenheit einer Jugendlichen unaufdringlich durch Ketten und Zugseile veranschaulicht.

„Wer bin ich?“ - Die Grundfrage, mit der das Stück gestartet wird und welche sich bis zum Ende hin in unterschiedlichsten Facetten präsentiert.

Während der dreimonatigen Probezeit ist es den Protagonisten gelungen ein Werk zu schaffen, in dem die szenischen Übergänge fließend abliefen. Selbiges gilt für die Nutzung der Fläche im Raum, wie auch der Ebene zur Stütze der jeweiligen Gefühlslage der handelnden Akteure. Angenehm für den Zuschauer dürfte die insgesamt minimalistisch gehaltene Nutzung von Requisiten und Bühnenbildern wirken, wodurch der Hauptaugenmerk auf den Protagonisten selbst liegen bleibt.
Weniger stimmig dagegen ist die Nutzung der Toneinspielungen, die im Falle der Störsirene sogar schmerzlich für empfindsamere Ohren sein dürfte. Fraglich ist auch der Einbau zweier Szenen, die gelöst vom sonstigen Handlungsstrang zu stehen scheinen. So eröffnet sich dem Zuschauer nicht, welche Bedeutung die Szenen der Reise, sowie das Spiel mit dem Tageslichtprojektor hatte, da diese im Unterschied zum Rest nicht aufgegriffen oder vertieft werden.

Ziel dieser Produktion war es, laut Aussage der leitenden Lehrkraft, zunächst eine Inszenierung zum Themenkomplex „Farben“ auf die Bühne zu bringen. Aus dieser habe sich eine Debatte zur Vielfalt der Farbpalette ergeben, die dann zu einer Diskussion über die Vielfalt des menschlichen Seins geführt habe. Eine Frage, die sich altersunabhängig darstellen lässt, in dieser Form jedoch absolut altersangemessen ablief. All jene, denen sich die Welt der heutigen Jugendlichen als „Neuland“ präsentiert, dürften am Ende einen größeren Horizont über Ängste, Sorgen und den Alltag von Jugendlichen gewonnen haben. Die Theaterinszenierung sorgte beim Publikum vereinzelt auch für Lacher, am Ende jedoch für einen lang anhaltenden Applaus. Grundsätzlich darf man der Gruppe eine hohe Spielfreude attestieren.
Von Andreas Schönhöft

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