»Kann ich nicht mal (nicht) ich sein?«

Wer bin ich wirklich?
Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit dem Thema auseinander „Wer muss ich sein?“, „Wer kann ich sein?“, „Wer bin ich wirklich?“:
Das Stück wird von insgesamt 9 Schülerinnen und Schülern umgesetzt, die alle ganz in schwarz gekleidet agieren.
In der ersten Szene sitzen alle auf Stühlen, langweilen sich, gähnen, die Uhr tickt. Hieraus entwickeln sie die Fragestellung „Wer bin ich?“.
Das folgende chorische Sprechen sorgt für eine atmosphärische Dichte. Der Einstieg wirkt schülernah, die Konzeption wirkt stimmig, denn im Folgenden werden verschiedene Szenen dargestellt, die auf das übergeordnete Thema Antworten geben. So sorgt der Einstieg für einen Handlungsbogen.
Die darauf folgenden Szenen werden unterschiedlich schlüssig angereiht. Die Szene über das Lästern über andere scheint dem Schüleralltag zu entsprechen, die musikalische Leistung einer Schülerin mit einer Solo-Gesangseinlage ist mutig und verdient Anerkennung. Der rote Faden bleibt erhalten, indem zunächst geäußert wird, was andere sagen und es endet in der Namensnennung und damit im Individualismus.
Des Weiteren positiv hervorzuheben ist, dass alle Schüler eine tragende Rolle haben, niemand wird in eine Nebenrolle gedrängt. Aber hier liegt auch die Problematik des Stückes. Nicht alle Szenen lassen sich schlüssig ineinander überführen. So steht z. B. die Szene mit dem Flughafen ohne Anbindung mit den anderen Szenen. Die Bedeutsamkeit bleibt offen.
Auch die Szene über Beziehungen zu Eltern bleibt unklar. Die technische Umsetzung mit dem Schatten hinter einer durchscheinenden Wand, jeweils rechts und links der Bühne, hinter der dann ein Elternteil steht, finde ich gelungen. Die Bedeutung dieser Szene und darüber hinaus die Reaktion der Kinder mit dem Zuhalten der Ohren wegen der überlauten, schrillen Musik, finde ich nicht schlüssig.
So wechseln sich interessante, gut ausgearbeitete Szenen mit anderen, weniger eindrucksvollen Szenen ab.
Gut gefallen hat mir die Schülerin, die von sich behauptet, sie sei „leise“. Ihre Figur wirkt sehr glaubhaft und macht eine interessante Entwicklung durch.
Insgesamt wäre es vielleicht besser gewesen, einige Szenen einzusparen und dann eine Vertiefung für andere Szenen zu erlangen.
Die Darstellung überzeugt jedoch durch eine gute Kombination zwischen Darstellung, Text und Musik. Auch die Ausnutzung des Bühnenraums kann positiv hervorgehoben werden.
Die abschließenden Bilder machen deutlich, wie die heutige Generation „tickt“. Es geht um Selbstverwirklichung und die Suche nach dem Sinn des Lebens. Niemand soll sich in eine Ecke gedrängt fühlen, aber auch nicht herausstechen. Ob das wirklich das Bild der heutigen Generation ist, bleibt zumindest fraglich.
Insgesamt wurde die Aufführung mit Applaus bedacht.
Von Andrea Hartmann

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